| Alois
Prinz : Das Paradies ist nirgendwo. Die Lebensgeschichte des
Georg Forster. Weinheim: Beltz, 1997. Gebunden, 288 Seiten – |
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| Georg Forster
(1754-1794) war eine vielseitige und widersprüchliche Person. Die
Biografie Das Paradies ist nirgendwo erzählt das
hervorragend und stellt es zu vielen Strömungen seiner Zeit in
Verbindung. Schon Georgs Vater Reinhold hat wissenschaftliche Neigungen und führt eine ruheloses Leben. Teils eigenverschuldet, teils Schicksalsschläge vereiteln sowohl dem Vater als auch dem Sohn ein ihrem Talent gemässes Leben. Beide begleiten James Cook auf seiner zweiten Weltsegelreise. Die Südseesehnsucht, die Suche nach dem "Terra australis" und dem vermeintlichen Paradies beeinflusste weite Gesellschaftsschichten. Zwar gelten Reinhold und Georg Forster nach der Reise als angesehene Wissenschaftler, doch das sorgenfreie Leben stellt sich nicht ein. Nach zahlreichen Wirren und verschiedenen Gelegenheitsarbeiten wird Georg 1778 Professor in Kassel, 1783 in Wilna. Doch trotz Treffen und Gedankenaustausch mit zahlreichen Persönlichkeiten, darunter Johann Wolfgang von Goethe, bekommt Georg nie die Anstellung und Anerkennung, die er sich erwünschte. Georg bereist 1790 mit Alexander von Humboldt den Niederrhein, England und Frankreich. Als Anhänger der Französischen Revolution geht er nach Paris und stirbt im Alter von 39 Jahren. |
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| Neben
dem plastischen Lebensbild erhält der Leser dieser ausgezeichneten
Biografie sehr viel Hintergrundinformation. Das betrifft grosse Themen
der Zeit, wie Südseeromatik, Zwiespalt zwischen Wilder Barbare -
Naturkind, politische Verhältnisse in England, Russland, Deutschland
und Frankreich und die Franzöische Revolution. Das betrifft auch kleine
Seiteninformationen, so der Ursprung unseres Wortes "Sandwich" (S. 64)
oder dass die Lügengeschichten Münchhausens nicht von Gottfried August
Bürger stammen (S. 117, Fn12) Wertvoll sind Forsters Einsichten, die sehr gut belegen, warum er geistig seiner Zeit voraus war und warum er vielleicht nicht so richtig angenommen wurde. Von seiner Reise mit Cook gewinnt Georg die Einsicht, dass "diejenigen Völkerschaften am besten weggekommen sind, die sich immer von uns entfernt gehalten" haben (S. 91). Von den paradiesischen Zuständen auf Tahiti läßt sich darin beirren, daß ein Europäer auf Tahiti nie glücklich werden kann (S. 107). Zu unterschiedliche sind die Lebenserwartungen und - ansprüche. Georg Foster entpuppt sich auch als erster Logischer Empirist. Der Metaphysik abhold will er nur die Grenzen unseres Wissens aufzeigen und darüber hinaus zu schweigen (S. 202). Diese Stelle im Briefwechsel Forsters werde ich nachlesen.
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| Sehr empfehlenswerte Biografie über eine erstaunlich vielseitige Persönlichkeit. | |
| Alois Prinz | |
| * 1958
Wurmannsquick, Niederbayern, studierte in München Germanistik,
Politologie, Philosophie und Kommunikationswissenschaften und
absolvierte gleichzeitig eine journalistische Ausbildung; lebt in
Feldkirchen bei Bad Aibling Sein schriftstellerischer Schwerpunkt liegt auf Biographien, die sich an Jugendliche und Erwachsene wenden. 2001 Evangelischer Buchpreis und Nominierung für den UNESCO-Preis für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz für Beruf Philosophin oder Die Liebe zur Welt. Die Lebensgeschichte der Hannah Arendt 2001 Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis: »Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«. Die Lebensgeschichte des Hermann Hesse 2004 Deutscher Jugendliteraturpreis für Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof 2007 Rosenheimer Literaturpreis |
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Südseeromantik |
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| Alois
Prinz: Das Paradies ist nirgendwo. Die Lebensgeschichte des
Georg Forster. Weinheim: Beltz, 1997. Gebunden, 288 Seiten |
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| Georg
Forster: Reise um die Welt. Frankfurt: Insel, 1983.
Broschiert, 1072 Seiten |
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