| Erich
Kästner: Als ich ein kleiner Junge war Berlin: Dressler, 1975 [1957]. Gebunden, 190 Seiten – |
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| An Kästners anbiedernden Duktus muss man sich gewöhnen,
dann entsteht im Leser ein ungewöhnliches Geschichtsbild aus den Jahren
1907 bis 1914 in Dresden. Ebenso muss man sich an Kästners
"Springprozession" gewöhnen, die oft schnell abgehakt wird mit: Das
gehört nicht hier her. Im Laufe des Textes wird der Autor aber linearer. Pikant und interessant für den Leser ist es, dass er Kästners weiteren Werdegang kennt: Erfolgsautor, verfemter Autor unter den Nazis, sensationelle Verfilmungen seiner Kinderbücher, Alkoholprobleme. Die Episoden aus Kästners Kindheit werden ganz unaufdringlich (ich meine: Als ich ein kleiner Junge war ist sowohl ein Kinder- als auch ein Erwachsenenbuch) mit Lebensweisheiten durch setzt. Sie sind nicht die üblichen Banalitäten a la Paulo Coelho, sondern beispielsweise der Unterschied zwischen einem falschen und einem echten Helden:
Manchmal trifft das Urteil des 58-jährigen (Kästner schrieb Als ich ein kleiner Junge war 1957) nicht. Erich war ein Einzelkind und meint, das hatte keine Nachteile (S. 116). Doch kurz darauf erzählt er, dass seine Eltern wegen Erich aufeinander eifersüchtig waren (S. 117) und das sich seine Mutter für ihn zerriss: sie wollte für ihr Einzelkind die vollkommene Mutter sein (S. 124). Beides wäre bei mehreren Geschwistern nicht der Fall gewesen. |
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| Neben einer zeitgeprägten Kindheit ist Als ich ein kleiner Junge war auch ein Loblied auf Erich Kästners Mutter. Aus beiden Gründen heute noch für jung und alt lesenswert. | |
| Links | |
| Literatur |
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| Erich
Kästner: Als ich ein kleiner Junge war. Gesprochen
von Erich Kästner. Audio CD, 1996.
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| Erich
Kästner: Als ich ein kleiner Junge war. Sprecher:
Eva Brumby, Martin Held, Stephan Chrzescinski. Audio CD Oetinger, 2006 |
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