| Josef
Bartl: Immer wenn das Licht kam, Biographie Frankfurt am Main: August von Goethe, 2006. Broschiert, 110 Seiten – |
| Der Verein »Begegnungen mit Menschen« veranstaltete am 12. und 13. September 2009 den 1. Badriathlon im Badria, Wasserburg am Inn zugunsten Interplast und das Mehrgenerationenhaus in Wasserburg. Da traf ich als Helfer den Sportler Josef Bartl, der 24 Stunden am Laufband absolvieren wollte. Mitveranstalter Dietmar Mücke klärte mich kurz über Bartls Schicksal auf und ich kaufte spontan seine Biografie. |
| Der erste Leseeindruck senkt die Erwartungen: Im
Titelvorsatz steht im Buchtitel ein überflüssiges »er«, der
Autor setzt nach der 1. Kapitelüberschrift das Datum "22.7.05" und legt
dann mit seinem Verkehrsunfall von 1994 los. Doch schon bald ist man im Bann der Biografie selbst. Bei einem schweren Verkehrunfall mit Moded und Alkohol schrammt er knapp am Tod vorbei. Ein lange Phase der Rehabilitierung schließt sich an. Zwei Momente sind schon hier bemerkenswert: Josef lebte vor dem Unfall in den Tag hinein und änderte sich mit dem Unfall nicht schlagartig. Diesen langwierigen mentalen Lernprozess schildert er besonders eindrücklich. Es folgen Depressionen, erneut Alkohol, physische und psychische Behinderungen. Und dann entdeckt Josef den Sport. Auch hier wieder keine blitzartige Wende (wie man nach dem Buchtitel denken könnte). Ganz allmählich gewinnt Josef neuen Mut und Zuversicht. Er vergisst nicht die zahlreichen Helfer in dieser Lebensphase zu würdigen. Inzwischen bringt er sportliche Ausdauerleistungen und zeigt anderen durch Vorträge, Vorbild und sein Buch Lichtblicke. Sein Lebensmotto: „Das Wichtigste ist immer, an sich selbst zu glauben und nie aufzugeben“ (S. 109). Das passt, aber ich ergänze das Viktor Frankl Prinzip: "Im Dienst an einer Sache oder in der Liebe zu einer Person erfüllt der Mensch sich selbst". Für Josef Bartl ist es der Ausdauersport und die Motivation anderer. |
| Leider verstärkt sich der mässige Ersteindruck bezüglich der Buchgestalltung im Laufe der Lektüre: viele Druckfehler, kein Lektorat. Bartls Erzählstil passt zur Biografie: der einfache Ton unterstützt die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft der Lebensgeschichte. Allerdings hätte ein Lektor die nervende Häufungen von "super", "total" und "sehr" alle (bis auf jeweils eines) streichen müssen. |
| Mich sprach die Biografie zusätzlich an, da sie in meiner nächsten Umgebung ablief (Chiemgau, Simsee), ich in der Kinderklinik Aschau selbst zwei Jahre im Gips lag (1951-53; S. 80) und mit Walter Rieger und Dietmar Mücke zwei Lauffreunde eine wichtige Rolle spielten (S. 66, 80, 82 u.a.). |
| Trotz
der stilistischen Einwände: stärkste
Empfehlung für alle mit Depression, Langeweile oder Suche
nach Lebenssinn. Zur Untermauerung lese man Viktor
Frankl (siehe |
| Links |
Josef Bartl |
Kinderschutzbund
Rosenheim - Die Lobby für Kinder |
Interplast
– Internationale Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern |
Silberstreifen
- Verein zur Unterstützung und Förderung neurologisch kranker Kinder,
Vogtareuth e. V. |
Badriathlon
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Die
Kerschdorfer Mücken laufen
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Schellen-Sau
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Badria
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Begegnungen mit
Menschen e.V.
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Mehrgenerationenhaus
in der Burgau / Wasserburg am Inn |
Petra Rapp:
"Sport gab neuen Mut zum Leben", Rosenheimer Nachrichten
04.12.2006 |
| Zur
Kinderklinik
Aschau siehe unter |
| Literatur |
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