Walter
Mosley. Always Outnumbered, Always Outgunned. New
York: Washington Square Press, 1998. 208 S.
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Mosley hatte ich schon
anläßlich des Krimis White
Butterfly als Autor empfohlen. Doch ich ahnte nicht, daß
Always Outnumbered, Always Outgunned von ganz anderem Kaliber und noch
um Klassen besser ist. Kein Krimi sondern Miniatur-Sozialstudien aus Watts,
L.A. Alle Geschichten handeln von Socrates Fortlow, der die meiste Zeit
seines Lebens hinter Gittern saß und nun seit acht Jahren versucht wieder
Halt zu fassen. Ausgerechnet in Watts, L.A. Da kaum ein Verbrechen, Schandtat
oder menschliche Schwäche ausgelassen wird, ist das Buch nur für
Hartgesottene zu empfehlen. |
Dabei sind die Schwächen keineswegs nach Hautfarbe verteilt.
Der schwarze Socrates ist als Mehrfachmörder gebrandmarkt; doch Mosley
zeigt, daß auch er menschliche Stärken hat. Obwohl die Schwarzen
keine Chance haben, müssen sie zurechtkommen. "Because any black man
that ever did a thing for hisself broke the ruleshe had to because the
rules say that a black man cain't have nuthin" (163). |
Manchen Lesern ist der Roman zu zahm (?), manchen zu moralisch
mit der Gefahr in den Sozialkitsch zu entgleiten. Ich empfand ihn eher hart;
der moralische Zeigefinger fiel mir auf, störte mich aber nur wenig. |
Elfjährige Mörder, Strassenstrich von
Drogenabhängigen, Morphiumkauf mit der Pistole in der Tasche, die letzten
Stunden eines Krebskranken nichts wird ausgelassen. Da wird schnell
zugeschlagen. "Sometimes a broke nose is all you young boys understand,"
Socrates said while standing over the heckler (111). Doch fehlen den
Stories keineswegs Wärme und Mitgefühl.
Unbedingt lesen. |
Socrates schafft die korrekte dreifache Verneinung: "You might get a broke jaw in jail but
you ain't never gonna get no lockjaw." |
Weiterführendes auf der Autorenseite von Walter
Mosley.
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