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Fjodor Dostojewskij
Fjodor Dostojewskij. Verbrechen und Strafe
Frankfurt am Main: Fischer, 1996. Taschenbuch, 766 Seiten. Übersetzerin: Swetlana Geier
??? Na ja, allgemein bekannt unter Schuld und Sühne, doch Frau Geier hat als Maxime möglichst worttreu zu übersetzen, deshalb keine Dämonen, sondern böse Geister und kein Moralgefasel von Schuld und Sühne, sondern knallhart Verbechen und Strafe.
Über den Inhalt braucht man nicht viel sagen, er ist bildungsbürgerliches Allgemeingut. Das grosse Thema für mich war die Herausarbeitung der Dialektik zwischen dem uneingeschränkten utilitaristischen Standpunkt Raskolnikows (zumindest, wenn sein Intellekt die Oberhand hatte) und der individualistischen Haltung, bei der jeder voll und persönlich verantwortlich ist. Raskolnikow scheitert letztlich, weil sein theoretischer Ansatz in der Praxis nicht durchhaltbar ist. Er frägt: "Glaubst du nicht, daß ein einziges, allerwinzigstes Verbrechen durch Tausende von guten Taten wettgemacht wird?" Später kann er der geplanten Tat nicht mehr ausweichen: ""Indessen hatte er, so sah es wenigstens aus, sämtliche Analysen, die die moralische Seite des Problems betrafen, bereits abgeschlossen: Seine Kasuistik war scharf wie ein Rasiermesser, und er stieß in seinem Inneren auf keine vernünftigen Einwände mehr" (S. 97). Dazu kommt eine deterministische Haltung: "... fühlte er plötzlich, daß er nicht mehr länger über die Freiheit des Verstandes noch über die des Willens verfüge und alles plötzlich entschieden sein."
Ich bin zuvor zweimal an den Brüder Karamasow gescheitert. Die 745 Seiten über Raskolnikow habe ich in wenigen Tagen hineingefressen.
"Schlacht und Ruhm sind Erleichterung; beschwerlicher als das Unternehmen Napoleons war das Raskolnikoffs."
Otto Dietrich zur Linde in Jorge Luis Borges: "Deutsches Requiem". München 1970, S.64
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Verbrechen und Strafe. Frankfurt am Main: Fischer, 1996. Taschenbuch - 766 Seiten. Übersetzerin: Swetlana GeierVerbrechen dostojewskij

Fjodor Dostojewskij
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