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Irvin D. Yalom. Und Nietzsche weinte
[When Nietzsche Wept]. Übs. Uda Strätling. München: btb Goldmann, 1996. 442 Seiten
Autor Interview-Auszug
Kurzbeschreibung
Das Wien des Fin de siècle. Mit einer außergewöhnlichen Bitte kommt die junge, selbstbewußte Russin Lou Salomé zu dem angesehen Internisten Josef Breuer: Er soll ihren Freund Friedrich Nietzsche ohne dessen Wissen von seiner tiefen Verzweiflung und Todessehnsucht kurieren. Breuer willigt ein und unterzieht Nietzsche einer neuartigen Heilungsmethode, deren Ausgang jedoch für beide recht unerwartet ist.
Kommentar
Yaloms Buch ist bei Medizinern und Psychologen beliebt. Das läßt darauf schliessen, daß die medizinischen und psychotherapeutischen Belange im Buch fachgerecht geschildert sind.
Dies deckt sich mit der Erfahrung beim Lesen: die häufigen schachlichen Erläuterungen sind sachgerecht und auch die philosophischen Aspekte sind angemessen berücksichtigt; kein Wunder, gibt Yalom als seine philosophischen Mentoren Dagfinn Føllesdal und Eckart Förster an (443).
Zusammen mit einer packenden Erzählweise wird daraus ein rundherum gelungenes Buch. Manchmal waren mir die psychologischen Dialoge zwischen Nietzsche und seinem Therapeuten Josef Breuer etwas zu langatmig, doch sonst kann man die über vierhundert Seiten munter und kurzweilig lesen. Empfehlenswert.
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Irvin Yalom
Anmerkungen zum Lukrez-Zitat
"... einen Satz des Lukrez: >Der Tod geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr< ..." (Yalom 112).
Richtig ist:
"Das Schauereregendste aller Übel, der Tod, betrifft uns überhaupt nicht, wenn “wir” sind, ist der Tod nicht da; wenn der Tod da ist, sind “wir” nicht."
yalom Epikur. Brief an Menoikeus, 341-270
"Death therefore is nothing to us nor does it concern us a scrap, seeing that the nature of the spirit we possess is something mortal."
Lukrez. De Rerum Natura. (Lukrez, 99-55)
"Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht."
yalom Ludwig Wittgenstein. Tractatus-logico-philosophicus, 6.4311. (1921)
Dr. Irvin D. Yalom
* 1931, USA; ist emeritierter Professor der Psychiatrie an der Universität Stanford. Er ist der Autor von Lehrbüchern der Psychotherapie sowie von Fat Lady. – Every Day Gets a Little Closer. – Love's Executioner [Die Liebe und ihr Henker. Und andere Geschichten der Psychotherapie]. – Lying on the Couch [Die rote Couch]. – When Nietzsche Wept [Und Nietzsche weinte]. Irvin D. Yalom lebt und praktiziert in Palo Alto, Kalifornien.
YalomJosef Breuer (* 15. 1. 1842 Wien, † 20. 6. 1925 Wien), Internist, Physiologe.
YalomFriedrich Nietzsche (* 15.10.1844 Röcken, † 28.8.1900 Weimar), Dichter, Philosoph, Philologe.
YalomLou Andreas-Salomé ( * 12.2. 1861 Sankt Petersburg, † 5.2. 1937 Göttingen), Schriftstellerin, Freundin Friedrich Nietzsches und Rainer MariaM. Rilkes; neben Romanen und Erzählungen verfasste sie theoretische Schriften zu Psychoanalyse und Anthropologie. YalomBiografie
YalomNietzsche und Lou von Salomé
Rezension zu einem Kollegen von Yalom:
Irvin YalomHaddon Klingberg. When Life Calls Out to Us: The Love and Lifework of Viktor and Elly Frankl
Irvin YalomRezension: Irvin D. Yalom. Die rote Couch

Auszug aus einem Interview mit Irvin D. Yalom
Fred Branfman: How might the knowledge of death enrich our lives?
Yalom: What comes to mind right now is a friend of mine who's so caught up in the rat race for success in his field that he's never taken a sabbatical. The university is willing to give him a year off and he has not taken it. It's insane. In talking with him, I've pushed him to look at the fact that he is not going to have his children at home forever, and to think about what an experience like a sabbatical would mean for him and them. I mean, I've been at Stanford all these years, and I can't remember one year from the next—they all sort of blur together. But I spent a year in London, another year at Oxford and another year in Paris. And every day of those years stands out for me and was very rich for my children.
Fred Branfman: But what if your friend said he enjoyed his work, that working hard is his core?
Yalom: You know, I've never heard anyone near death say—and I've never heard of anyone who's ever known anyone near death say—"I wish I had spent more time at work."
Irvin YalomThe Salon Interview mit Irvin D. Yalom
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 13.1.2006