| Fontane,
Theodor. Schach von Wuthenow. zahlreiche, ständige wechselnde Ausgaben; |
| Im Juni 2001 erschien im SPIEGEL
Marcel Reich-Ranickis Kanon deutscher
Literatur als Mindestanforderung für die Schullektüre. Darunter war
auch Fontanes Schach von Wuthenow. Da ich noch keinen Fontane gelesen
hatte soweit ich mich erinnere, auch nicht in der Schule war
dieser kurze Roman einfach fällig. Der Held der "Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes" ist Rittmeister Schach von Wuthenow, der zwischen Frau von Carayon und deren Tochter Victoire steht (schwankt). In wenigen präzisen Kapiteln entsteht das Bild Preußens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Leser erkennt die preußische Beschränktheit, die finstere Enge, die aus dem christlichen Mittelalter kommend, die Aufklärung überdauerte und den für uns spießigen Ehrbegriff. So belehrt Frau von Carayon ihre Tochter: "Schach, Schach! Was ist Schach! Ich kenn' ihre Geschichte nicht und will sie nicht kennen, aber ich wette diese meine Brosche gegen eine Stecknadel, daß du, wenn du das ganze Geschlecht auf die Tennen wirfst, da, wo der Wind am schärfsten geht, daß nichts übrigbleibt, sag ich, als ein halbes Dutzend Obersten und Rittmeister, alle devotest erstorben und alle mit einer Pontaknase. Lehre mich diese Leute kennen!" Die Handlung kann ich nicht erzählen ohne sie preiszugeben, deshalb mein Rat: selbst lesen, es lohnt sich. |
| Kleine Auswahl
der im Juni 2001 erhältlichen Einzelausgaben Bei amazon nachschauen durch Klick aufs Bild |
| Zürich: Diogenes, 1998. 188 Seiten | Berlin: Aufbau, 1996. 160 Seiten | Ditzingen: Reclam | Erläuterungen und Dokumente. Ditzingen: Reclam, 1980 |
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