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Fisher Rudolph
Fisher, Rudolph. The Conjure Man Dies. A Mystery Tale of Dark Harlem
London: X-Press 1995. 186 Seiten
Ein Krimi in der Standard-Ausgabe "Whosdoneit" und trotzdem außergewöhnlich.
Dieses Werk soll der erste Krimi eines schwarzen Autors in ausschließlich schwarzem Milieu (Harlem, Anfang 1930er) sein. Es ist ein echter Krimi, eine gesellschaftliche Studie und eine Gothic Novel: einen großen Teil der Handlung hat Fisher in einem geheimnisvollen Haus angesiedelt. Dort hat der conjure man N'Gana Frimbo, von königlicher afrikanischer Abstammung und mit europäisch universitärer Ausbildung, seine psychologische, esoterische Beratungspraxis. Dort hat auch Samuel Crouch, Bestattungsunternehmer, sein Geschäft und gleich gegenüber ist der Arzt John Archer mit seiner Praxis. Dazwischen steht Perry Dart von der Harlemer Polizei. Dazu gesellt Fischer ein komisches Kleingangsterpaar Bubber Brown und Jinx Jenkins. Nach einer kurzen Schilderung der Straße und Zeitumstände geht es sofort in die turbulente Handlung. Jeder hat seine typische Sprache: John Archer nüchtern, zweckdienlich, Perry Dart, kurz, floskelhaft um Seriösität und Professionalität bemüht, und Bubber und Jinx in herrlicher Umgangssprache.
Szenenbeispiel (S.59). Polizisten suchen in Begleitung vom unterstützenden Bubber nach Spider Webb, einen Verdächtigen. –
Bubber asked the manger standing nearby, "Say, boy, you seen Spider Webb?"
The one addressed looked at him and looked at the policemen. Then he inquired blandly, "Who'n hell is Spider Webb?"
"Damn!" Bubber murmured, pushing back his hat and scratching his head. "You boogies sure get dumb in the presence of the law."
– Und kurz darauf endet die Befragung mit
"So I got to know him?" bridled the other.
"You did know him."
"Well, I done forgot him."
"Thanks, liar."
"You welcome, stool."

Fisher zieht viele Spukregister, was gesteigert wird, da Buster sich gleich zu Beginn mit eigener Wortkreation brüstet: "As for me, you won't find nobody balck as me that's less suprastitious." Klar, daß er besonders ängstlich und abergläubisch ist. Höhepunkt wohl ein ferner Chor, der mit Fisher Rudolph"Am I born to die?" den Zuhörern die Schauer des nahenden Todes einreibt. Die Handlung selbst ist verwickelt und überraschungsreich. Am Anfang und Ende ertönt lebenslustig, das jazzige, fröhliche, witzige Harlem betonende Fisher Rudolph"I'll be glad when you're dead, you rascal you". Die Lektüre lebt von den charaktervollen Typenzeichnungen und den köstlichen Dialogen. Sonderbar, dieser großartige Roman wurde AFAIK noch nicht ins Deutsche übersetzt. Unbedingt lesen.
Rudolph Fisher. The Conjure Man Dies. London: X-Press 1995. 186 Seiten Fisher Rudolph

Fisher Rudolph"Am I Born to Die?"
Fisher Rudolph"I'll Be Glad When You're Dead, You Rascal You"
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Fisher RudolphPAL Rudolph Fisher (1897-1934)
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 23.11.2001