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Nasar
Sylvia Nasar: A Beautiful Mind
New York: Simon & Schuster Books 1999. 459 Seiten
nasar Autorinnasar Top 150 best-selling books listnasar Literaturnasar Foto von John Nash jr.
Wer hier Johnny Nash, den Sänger von "I Can See Clearly Now" erwartete, hat Pech.
Jeder der sich mit Spiel- oder Entscheidungstheorie befasst lernt das Nash-Gleichgewicht kennen. Beim Gefangenendilemma (Prisoner's Dilemma) als Prototyp eines nicht-kooperativen Spiels kann es ein strategisches Gleichgewicht geben, das Nash-Gleichgewicht, bei dem kein Spieler die Notwendigkeit sieht, sein Verhalten zu ändern. A Beautiful Mind ist die Biografie des genialen Mathematikers John Forbes Nash jr., der hierzu bahnbrechende Erkenntnisse vorgelegt hat.
Nash
© Sylvia Nasar
 Als die Autor Sylvia Nash, seinerzeit noch Reporterin der New York Times, am 9.November 1999 nach München zur Vorstellung der deutschen Übersetzung ihres Buches kam, war ich dort. Die englische Originalausgabe kam beim NashPulitzerpreis 1999 in der Sparte Biografie unter die letzten Drei (Gewinner: A.Scott Berg. Lindbergh) und gewann 1998 den National Book Critics Circle Prize for Biography. Das signierte A Beautiful Mind stand dann ein paar Jahre unter "Unerledigt".
Eher durch Zufall sah ich, daß dieses Buch in der nasar USA TODAY's Top 150 Best-selling Books List (Based on sales through Sunday, Jan. 27, 2002) auf Platz 5 ist. Vor "Herr der Ringe" und vor Harry Potter! Hintergrund: die Biografie wurde verfilmt von Ron Howard (mit Russell Crowe).
Trotz fast vierhundert Seiten Text auf großem Buchformat liest sich das Buch sehr flüssig. John Nash jr. wurde am 13. Juni 1928 in Bluefield, Virginia, geboren, fiel bald durch seine mathematische Begabung auf, studierte am Carnegie Institute of Technology, Pittsburgh, und in Princeton, New Jersey. Zügig kommt die Biografie zu Nashs Studienzeit und hier zeigt eine erste Qualität des Buches: Konzentration auf Wichtiges. Ein zweites Plus ist es, daß man beiläufig über die akademische Situation in den USA erfährt, das Leben auf dem Campus, die Integration der vielen Wissenschaftler, die in Deutschland rausgeekelt wurden oder schlimmer, unter Lebensbedrohung aus Europa flüchteten: "Practically overnight, Princeton had become the new Göttingen" (54). Von Nashs erstem Lehrer in Princeton Solomon Lefschetz ging die Legende, er habe nie einen korrekten Beweis niedergeschrieben aber auch nie ein unkorrektes Theorem behauptet (59). Wer wie begabt war hatte ein feines Leben, man bestand die Prüfung alleine schon dadurch, daß man versprach den Stoff später zu lernen (60). Diese Beispiele zeigen schon, wie es Nasar gelingt, die trockene Materie lesenswert zu machen. Sie beschreibt keine fiktiven Szenen. Alle wörtlichen Reden werden über Fußnoten belegt. Darin gibt sie eine gute Mischung aus den wenigen zeitgenössischen Quellen und den nachträglich abgefragten. Während einer glänzenden Karriere am MIT, Cambridge, Mass., und in Princeton veröffentlicht Nash einige bahnbrechende Arbeiten zur Spieltheorie. Doch schon Ende der 50er Jahre bricht eine schwere psychische Störung des Genies hervor. Fast dreißig Jahre versinkt er in die Schizophrenie. Erst Mitte der 80er Jahre findet Nash allmählich wieder zum rationalen denken zurück und erhält 1994, zusammen mit John Harsanyi und Reinhard Selten den Nobelpreis für Wirtschaft.
Sylvia Nasar garnierte viele Kapitel mit Zitaten großer Geister, dem Kapitel 44 "A Man All Alone in a Strange World" stellte sie einen treffenden Dreizeiler aus dem nasar Gedicht #280 von Emily Dickinson voran.
Für die Biografie eines Mathematikers ein einfühlsames, lesenwertes Werk. Wer vor mathematischem Formelkram Angst hat: es kommen kaum welche vor; man müßte sie suchen. Man vermisst eher eine kompetente Einführung in die mathematische Gedankenwelt. Doch andrerseits: versucht sich ein Laie an sachfremden Stoff und scheitert, wird er/sie zurecht gescholten. Sylvia Nasar hat sich weise zurückgehalten, Pseudowissen zu vermitteln.
Literatur
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John Nash Sylvia Nasar Nasar, SylviaNasar, Sylvia. A Beautiful Mind. New York: Simon & Schuster Books 1999. 459 Seiten sylvia nasar john nash
Sylvia Nasar. Auf den fremden Meeren des Denkens. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash. München: Piper, 1999. Übersetzt von Cäcilie Plieninger und Anja Hansen-Schmidt. Gebunden, 574 Seiten.Sylvia Nasar John Nash
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Nasar NasarSylvia Nasar. A Beautiful Mind. The Life of Mathematical Genius and Nobel Laureate John Nash. Touchstone Books, 2001. Taschenbuch, 464 Seiten nasar
Sylvia Nasar. Genie und Wahnsinn. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash. München: Piper, 2002. Übersetzt von Cäcilie Plieninger und Anja Hansen-Schmidt. Taschenbuch, 584 Seiten.Nasar
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Nasar
Sylvia Nasar, John Nash, Reinhard Selten. © Sylvia Nasar
Sylvia Nasar
geboren in Rosenheim; aufgewachsen in New York, Washington, DC und Ankara. Sie studierte Literatur am Antioch College; M.A. in Economics an der New York University.
sylvia nasarAuthor/Economist Sylvia Nasar Named to Knight Chair at Journalism School
USA TODAY's Top 150 best-selling books list – 01/31/2002
  1. John Grisham. A Painted House
  2. Phillip C. McGraw. Self Matters
  3. Mark Bowden. Black Hawk Down
  4. Robert C. Atkins. Dr. Atkins' New Diet Revolution
  5. Sylvia Nasar. A Beautiful Mind
  6. Nicholas Sparks. A Walk to Remember
  7. J.R.R. Tolkien. The Fellowship of the Ring
  8. J.R.R. Tolkien. The Hobbit
  9. J.K. Rowling. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
  10. J.R.R. Tolkien. The Two Towers
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Sylvia Nasar John Nash
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 22.4.2006