| Djuna Barnes:
Nightwood. The Original Version and Related Drafts Normal, Illinois: Dalkey, 1995. 319 Seiten |
| Der Roman (?) Nightwood startet mit einem merkwürdig
(dieses Wort bitte wörtlich nehmen) langen Satz: "Early in 1880, in spite
of a well-founded suspicion as to the advisability of perpetuating that race
which has the sanction of the Lord and the disapproval of the people, Hedvig
Volkbein, a Viennese woman of great strength and military beuaty, lying upon a
canopied bed, of a red spectacular crimson, the valance stamped with the
bifurcated wings of the House of Hapsburg, the feather coverlet an envelope of
satin on which, in massive and tarnished gold threats, stood die Volkbein arms,
gave birht, at the age of forty-five, to an only child, a son, seven
days after her physician predicted that she would be taken." Grandios,
phantastisch, vielversprechend. Es beginnt ein Kammerstück zwischen
wenigen Personen, daß sich mehr in den Konversationen und
Überlegungen der Protagonisten abspielt als in eigentlicher Handlung.
Damit habe ich leider so meine Probleme. Meine gleich am Anfang erwartungsvoll
freudige Haltung wurde im Laufe der Lektüre immer mehr enttäuscht und
meine Aufmerksamkeit verflachte. Ich erkannte nicht, um was es geht, was nur
zum geringen Teil am Englisch lag; Ich meine, auch die deutsche
Übersetzung hätte mir nicht mehr gegeben. Den
"stream-of-consciousness "-Stil habe ich noch nie so richtig verkraftet. Hier
kam hinzu, daß ich nie wußte, worauf Djuna Barnes hinauswill. Die
lesbischen Verhältnisse im Werk begeisterten mich auch nicht, entziehen
sie doch immer gleich mindestens zwei weibliche Wesen dem Markt. Insgesamt ging
es mir ähnlich wie mit Virginia Woolfs Orlando, den/das ich auch,
trotz bewunderswertem Stil enttäuscht weglegte. Zwei Punkte gibt es zu anzumerken: die Sprache blieb immer lyrisch und großartig; in Diskussion erkannte ich, daß ich nur weniger als die Hälfte, von dem was zwischen den Zeilen zu lesen ist, mitbekommen hatte. So baut das kurze Abschlußkapitel "The Possessed" auf dem Wortspiel zwischen "dog" und "God". Aus der für mich sinnlosen Szene wird plötzlich eine mutige Pieta-Darstellung. Deshalb gibt es für mich nur eins: Nightwood wird nicht als gelesen abgehakt, sondern steht erneut auf meiner Zu-lesen-Liste. |
| "To say that Nightwood will appeal
primarily to readers of poetry does not mean that it is not a novel, but that
it is so good a novel that only sensibilities trained on poetry can wholly
appreciate it." T.S. Eliot. "Introduction to Nightwood". |
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| Nachtgewächs. Frankfurt
am Main: Suhrkamp, 1993. Taschenbuch, 191 Seiten |
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