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Eduard von Keyserling
Eduard von Keyserling
14., 15. oder 18. Mai 1855 Schloß Paddern bei Hasenpoth (Aizpute) in Kurland – 28.9.1918 München
Keyserling LinksKeyserling SekundärliteraturKeyserling WerkeKeyserling Zitate

Keyserling wurde als zehntes von zwölf Geschwistern in ein kurländisches Adelsgeschlecht hineingeboren. Seine patriarchalische Familie hatte bedeutende Künstler und Wissenschaftler hervorgebracht und als Gäste willkommen geheißen, so Leonhard Euler, Immanuel Kant und Johann Georg Hamann. Eduard wuchs wohlbehütet inmitten der elterlichen Güter auf. Er besuchte die Schule in Hasenpoth und das Gymnasium in Goldingen (Kuldiga). Ab 1874 studierte er zuerst Jura, dann Philosophie und Kunstgeschichte in Dorpat (Tartu), mußte das Studium aber 1877 abbrechen ("wegen einer Inkorrektheit") und war damit in seiner Gesellschaft geächtet. In Wien setzte er das Studium fort und arbeitete als freier Schriftsteller; dort lernte er Ludwig Anzengruber und Peter Altenberg kennen. Bis 1895 verwaltete Keyserling, gesellschaftlich isoliert, die mütterlichen Güter Paddern und Telsen. Nach dem Tod der Mutter Ende 1894 und der Übergabe der Güter an die Majoratsherren zog er mit zwei Schwestern nach München. Von Ende März 1899 bis 1900 bereiste er mit seinen beiden Schwestern (die benfalls in München wohnten) Italien. In München zählte er zur Schwabinger Boheme um Max Halbe, Frank Wedekind, Ludwig Thoma und Erich Mühsam und verkehrte im Cafe Stephanie. Durch eine Syphilisinfektion erkrankte er 1897 an einem Rückenmarksleiden, das in zunehmend lähmte und ans Bett fesselte. Seine schnell fortschreitende Erblindung führte seit 1907 zur Vereinsamung. Nur Max Halbe und Rudolf Kassner hielten Kontakt zu ihm. Auch die Fürstin Taxis und Rainer Maria Rilke besuchen ihn. Dessen ungeachtet setzte er seine literarische Arbeit fort und diktierte blind und lahm Romane und Erzählungen.
Keyserling veröffentlichte kunstkritische Beiträge in Zeitschriften. Er schuf stimmungsreiche impressionistische Romane und Erzählungen, voller Resignation und Ironie über die Welt und den Untergang des kurländischen Adels.
keyserling Anfang
Werke
KLL = Kindlers Literaturlexikon
Romane, Novellen
1892 Die dritte Stiege
1906 Seine Liebeserfahrung
1908 Dumala keyserling Rezension KLL 2906
1909 Bunte Herzen
1910 Wellen keyserling Rezension KLL 10176
1913 Abendliche Häuser KLL 713
1914 Im stillen Winkel
1915 Fürstinnen keyserling Rezension
1919 Feiertagskinder
keyserling  
Gemälde von Lovis Corinth, 1896  
Erzählungen
1883 "Fräulein Rosa Herz"
1903 "Beate und Mareile" KLL 1405
1904 Schwüle Tage
1914 "Am Südhang" keyserling Rezension
1914 "Nicky"
1914 "Harmonie"
1918 "Im stillen Winkel"  
Dramen (angeblich zurecht vergessen)
1900 Ein Frühlingsopfer
1901 Der dumme Hans
1902 Die falsche Flasche
1904 Peter Hawel
1906 Benignens Erlebnis
keyserling Anfang
Bis in die Dreissiger erzielten Beate und Mareile, Am Südhang und Im stillen Winkel hohe Auflagen.
Links
Eduard Graf von Keyserling: keyserlingGutenbergkeyserlingdmoz.orgkeyserlingWikipedia
keyserlingEine Sonntagspredigt - Auszug aus: Eduard von Keyserlings Novelle: Dumala (1908)
keyserlingEduard von Keyserling: Fürstinnen. (Rezension)
keyserlingTilman Krause: "Der Fontane in Moll. Ein Plädoyer für den zu Unrecht vergessenen Erzähler Eduard von Keyserling". Die Welt, Literarische Welt, 9.1.1999
keyserlingTilman Krause: "Nicht lesen, schlürfen! Bei Eduard Graf von Keyserling stirbt das 19. Jahrhundert in Schönheit - eine kleine Hommage aus Anlaß seines 150. Geburtstags". Die Welt, Literarische Welt, 14. Mai 2005
Keyserling Meine Rezensionen
Sekundärliteratur
Reclams Literatur Kalender 1964, S. 84-92
 

Eduard von Keyserling
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.5.2005