| Wladimir
Korolenko: Das Paradox. Erzählungen Erich Müller-Kamp, Übs. München: Goldmann, o.J. 163 Seiten. Autor Zitate |
| Im Antiquariat stach mir der Titel
Das Paradox ins Auge, vermutete dahinter ein mathematisches oder
philosophisches Rätsel und wurde darin enttäuscht. Im Sammelband "Das Paradox" sind ganz unterschiedliche Stücke zusammengefasst. Alle lesenwert. Alle aus der bäuerlichen Umgebung kleinrussischer Dörfer. |
| "Der Tag des Gerichts" | |
| ein Märchen um das jüdische Fest Jom-Kippur, an dem der
jüdische Teufel Chapun sich einen Juden schnappt und verschleppt. Ein
gewitzter Müller will dies zu seinem Vorteil ausnutzen, scheitert aber am
noch gewitzteren jüdischen Wirt Jankel. Stimmungssätze daraus: "Nach der Messe lud der Pope den Müller zu sich ein, bewirtete ihn mit Tee und stellte eine volle Karaffe mit Kräuterschnaps auf den Tisch. Leer wurde sie abgetragen" (S. 6) Der Müller. "Ich sag's ja, es ist nicht alles gut eingerichtet aus erden. Die eine möchte ich lieben, potzblitz, und die andere hat das Geld" (S. 46). |
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| "Nachts" | |
| eine stimmungsvolle Erzählung über das Verhältnis der Kinder zur Dunkelheit, zur Nacht, zum Leben. | |
| "Das Paradox" | |
| die Begegnung von Kindern mit einem zur Schau gestellten Krüppel. | |
| "Meine erste Bekannschaft mit Dickens" | |
| eine Hymne aufs Lesen und Charles Dickens. | |
| "Die Gefangenen" | |
| eine ausgezeichnete Erzählung über Gefangene auf beiden Seiten im 1. Weltkrieg (und in jedem Krieg). Weltliteratur, wenn auch das Ende nicht ganz auskomponiert ist; doch vielleicht ist es wie mit "Die Nacht auf dem Kahlen Berge" (Modest Mussorgsky), wo mir der friedliche zweite Teil nicht behagt. | |
| "Die Lichter": ein allegorische
Skizze. |
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