| Cowan,
Andrew: Pig London, u.a.: Penguin 1994. 213 Seiten |
| Nach dem Tod der Großmutter
kümmert sich Danny (15 Jahre) um das Schwein und wohl auch den
Großvater, der bald in ein Heim kommt. Danny ist mehr beim Schwein als
daheim. Erst als in sein Haus und die Umgebung seiner Familie Pakistani kommen
sollen, überlegt diese, ihn wieder nach Hause zu holen. Danny beginnt ein
Liebesverhältnis mit Surinder, einer Pakistani (surrender
läßt grüßen). Als sein Bruder Richard und sein Vater
dies entdecken, kommt es zur Katastrophe: dieser Schlußeffekt wird hier
nicht preisgegeben. Nach dem Tod der Großmutter wird die Handlung sehr
"langsam", um nicht zu sagen langweilig. Intensive Schilderung kleinster
Vorkommnisse (Zigarette anzünden, Topf mit Wasser aufsetzen). Erst auf
Seite 87 von 213 insgesamt ziehen die Farbigen in die Nachbarschaft.
Interessant ist die eher negative Schilderung der englischen
Familienverhältnisse: jeder scheint gegen den anderen zu leben; der
Großvater wird abgeschoben. Surinder weist auf schlechte
Hygeniegewohnheiten (wenn auch zurückliegend) hin. Sie ist die einzige,
die die Bibliothek stundenlang frequentiert. In Dannys Familie herrschen
Trunksucht, TV, Nikotin (Großvater ist beinamputiert, raucht aber
weiter). Die Vorurteile, die man üblicherweise eher von Farbigen hat,
treffen hier auf die weiße Mittel-(unter?)schicht zu. Das erste Drittel des Buches ist enorm langsam. Es wundert mich immer wieder, woher die schwärmerischen, oft überschwenglichen Beurteilungen stammen, die auf vielen Buchrück- und -vorderseiten so auch mehrfach auf Pig prangen. |
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