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Patrick McCabe. The Butcher Boy
McCabe, Patrick: The Butcher Boy
London: Picador 1993. 215 Seiten
Bei der Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm fiel es mir zum ersten Mal auf. Inzwischen scheint es eine Mode oder die künstliche Herstellung einer persönlichen Note zu sein. Wörtliche Reden stehen nicht mehr in Anführungszeichen sondern schmiegen sich dem Fließtext an. Der Leser ist beschäftigt und glaubt, einen schwierigen Text vor sich zu haben. Patrick McCabe geht noch weiter. Ähnlich wie bei Faulkner fehlen Kommata, Sätze sind trennungslos zusammengefügt und die Grammatik stimmt nicht. Nun macht Patrick McCabe dies natürlich nicht aus Jux oder Bosheit. The Butcher Boy spielt in irgendeinem tiefen irischen Kaff, Francie Brady (Francis hat er sich verbeten) ist nicht der Hellste und erzählt die Story höchstpersönlich. Sicher hat McCabe, nehme ich mal an, – ähnlich wie Steinbeck in Of Mice And Men – den Slang einwandfrei getroffen. Das Lesen im Englischen wird nicht erleichtert. Aber beim Schreiben dachte McCabe wohl weniger an den, des Englischen eher schmächtigen Lesers Herbert Huber. Jedenfalls ist, abgesehen von phantastischen Traumszenen, kein Satz zuviel. Querlesen oder Abschnitte überspringen ist nicht möglich, man würde Wichtiges versäumen. Wer nach Seite 124 nicht zum Vegetarier wird, hat etwas überlesen oder nichts begriffen. Dies ist ein weiterer Grund, daß die Lesegeschwindigkeit für diese 215 Seiten recht niedrig ist. Andersherum: man hat viel vom Text. Die New York Times sieht Francie Brady aus Huckleberry Finn, Holden Caulfield und Hannibal Lecter zusammengesetzt. Wie oft wird dieser Vergleich, so stimmig er sein mag, dem Roman-Anti-Helden nicht gerecht. Es fehlt jedenfalls noch Lennie aus dem schon oben genannten Of Mice And Men und vielleicht noch manch andere Romangestalt. Wie Holden Caufield durchschaut Francie – ein Schüler, wie jener – die Fassade der erwachsenen Welt. Seine Mißachtung drückt sich aber nicht in Worten sondern in Taten aus. Er ist, sofern es seinen Zielen dient, auch zur Anpassung bereit. Wie Lennie in George (in Of Mice And Men) hat er in Joe Purcell einen überwichtigen Blutsbruder, dessen Freundschaft ihm über allem steht. Der Verlust dieser Freundschaft wird zum Angelpunkt der sich zuspitzenden Handlung. The Butcher Boy ist seit kurzem auch auf deutsch erhältlich: Rororo Nr.13701 McCabe, Patrick: Der Schlächterbursche. In diesen Tagen (März, April 1998) läuft die Verfilmung in den Kinos an.
Abgesehen von zu häufigen Phantasiesequenzen äußerst empfehlenswerte Lektüre.
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mccabe   Patrick McCabe. The Butcher BoyPatrick McCabe. The Butcher Boy. Picador, 1993. Taschenbuch 224 Seiten. mccabe
Patrick McCabe. Der Schlächterbursche. Reinbek: Rowohlt, 1997. Broschiert, 222 SeitenPatrick McCabe. The Butcher Boy

Patrick McCabe. The Butcher Boy
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 30.6.2002