| Die Durststrecke dauert bis zur Seite
117. Aufgrund des Buchtitels und der Einleitungstexte erwartet man einen
schnellen Aufbruch des neuen Taugenichts. Aber es breitet sich zunächst
gähnende Langeweile aus. Herman Dürer weiß nichts mit sich
anzufangen und beschließt nach Italien zu fahren. Unterwegs wird ihm
einiges klar und es kommt zu einem überraschenden und dramatischen
Schluß. Um die Langeweile in Dürers Leben zu schildern hätten
wahrlich auch dreißig Seiten genügt. Ich war einmal fast dabei, das
Buch als nicht lesbar wegzulegen. Ab dem Aufbruch in den Süden steigert
sich der Roman und ist dann flott lesbar, ja er wird sogar lesenswert. Dabei
bleibt der Erzähler distanziert, als schildere er das Geschehen als
externer Besucher. Dürer erlebt ähnliches wie Holden Caulfield in
J. D. Salingers Catcher in the Rye, reagiert aber anders. Mit
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines
Taugenichts nur den Rahmen gemeinsam. |