| Brigitte
Aubert. Marthas Geheimnis [La Rose de Fer] Eliane Hagedorn, Barbara Reitz, Übs. München: Goldmann 1998, btb #72341, 254 Seiten |
| Von genau 7 Uhr am 8.März
hält Brigitte Aubert die Spannung durch bis zum Samstag 24.März auf
der letzten Seite. Es passiert viel Unerwartetes, Unwahrscheinliches, es
geschehen aber auch Dinge, auf die man wartet. Der Protagonist Georges Lyons
erfährt in den wenigen Tagen soviel Überfälle,
Bewußtlosigkeiten, Knochenbrüche und Wunden, daß ein normaler
Mensch monatelang im Krankenhaus verbringen müßte. Trotzdem besteht
dieser Spionagekrimi nicht nur aus Aktion. Das Unwahrscheinlichste passiert auf
Seite 157. Georges fährt nach München und "parkte den Wagen im
Stadtzentrum". Die Autorin nimmt sich auch selbst auf die Schippe: es sei
unmöglich heutzutage in einem Krimi das Zwillingssujet zu verwenden,
zitiert sie und macht doch reichlich Gebrauch davon. Einmal widerspricht die Autorin Aubert keck John Donne (No man is an island): "Jeder Mensch ist seine eigene einsame Insel, nicht wahr?" (Seite 241). Stilistisch nicht erste Klasse, actionsmäßig nicht immer glaubwürdig, wird dieses durch reichlich Spannung aufgewogen. Für die rasche Ferienlektüre empfehlenswert. |
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