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Jaromir Konecny
Jaromir Konecny: Mährische Rhapsodie
Ariel Verlag 1998, 185 Seiten
Der Münchner Slam Champion Jaromir Konecny legte kürzlich sein zweites Werk vor. Sein "Zurück nach Europa", ebenfalls aus dem Ariel Verlag, bereitete mir im letzten Sommer Vergnügen.
Zunächst: wer die "Mährische Rhapsodie" lesen will, sollte die erste Wertung auf der Rückseite des Buches von "Wandler"-Herausgeber Oliver Gassner ernst nehmen: "Miller, Bukowski, Konecny". Wer das Buch trotzdem liest (oder gerade deswegen) darf sich auf eine flotte, moderne Neuauflage von Karl Valentins "Silberne Hochzeit" gefaßt machen. Es ist unglaublich, was dem Protagonisten und Heine-Liebhaber Roman alles zustößt. "Everything Happens To Me" sang Frank Sinatra und dieses Lied könnte auch der unglückliche Roman trällern, der seinen Optimismus dennoch nicht verliert: "Mann, sei dankbar für dein Unglück! Sonst hättest du doch nichts zu erzählen." (S.86). Konecnys Stärke sind allegorische Vergleiche und Bezüge. Unter "das ist wie Bahamas für die Lunge" kann man sich auch als Nichtraucher und Nichtkaribiker sofort höchsten Genuß vorstellen. Das spätsozialistische, tschechische Sittengemälde ist empfehlenswertes Aufputschmittel für müde Glieder.
Beim dritten Buch Konecnys erwarten seine Fans jedoch eine Ausweitung des Sujets.

Jaromir Konecny
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