| Ott, Karl-Heinz: Ins
Offene Salzburg, Wien: Residenz 1998. 139 Seiten |
Der Ich-Erzähler fährt nach Hause in die Nähe des Bodensees. Während er die letzten Tage seiner sterbenden Mutter begleitet, zieht das kleinbürgerliche Leben an ihm vorbei. Es ist ein innerer Monolog auf den Spuren Thomas Bernhards, ohne dessen komplexe Satzstrukturen, was eher für Ott spricht. Es ist eine österliche Fahrt und wird doch zu einer Winterreise. Der Erzähler deckt schonungslos die dörflichen Beziehungen und die Bigotterie auf, in einer Gegend und Zeit, wo Bibel und Gesangbuch ausreichen. Religion ist naturgegeben und damit zwanghaft. Das Erstlingswerk des freischaffenden Dramaturgen überzeugt durch seine beklemmende Erzählweise, die aber stete Aufmerksamkeit erfordert. Sonst überliest man so wichtige Erkenntnisse wie: "Der Blick hinauf zum Firmament offenbart die abgründige Gewißheit, im Unheimlichen zu Hause zu sein. In der Ausblendung dieses Wissens besteht die beflissene Bewältigung des alltäglichen Lebens" (128-129). Trotz nur 139 Seiten kein leichtes Werk, das man jedoch gerne liest. Empfehlenswert. |
| bei amazon nachschauen | bei amazon nachschauen | ||
| Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000. Taschenbuch, 138 S. | Salzburg: Residenz, 1998. Gebundene Ausgabe, 139 S. | ![]() |