| Jörg Fauser. Kant Hamburg: Rogner & Bernhard 1994. 90 Seiten |
| Nach seinem frühen Tod 1987 auf der Feldkirchner Autobahn
avancierte Jörg Fauser zu einem Kultautor ähnlich
Charles Bukowski (Bekannter; Mentor,
Vorbild ?). In seinem letzten Roman Kant bringt Fauser L.A. an die Isar. Der Anti-Held Kant (stammt auch aus Ostpreußen, sonst keine Verbindung zum großen Namensvetter) wird in eine Erpressungsaffäre verwickelt. Als echter Verlierer hat der selbständig arbeitende Detektiv Kant den Honorarvorschuß verspielt bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Wie üblich glänzt Fauser mit hartem Realismus und griffigen Vergleichen ("Er hatte ... soviel Runzeln im Gesicht wie China Flüsse ..."); eingestreut sind Zustandsbeschreibungen der Halbwelt Münchens oder Münchens überhaupt: "In München triffst du jeden, den du nie mehr treffen willst, irgendwann im Biergarten." Fausers beinharter Stil ist mit der Musik des Gitarristen James Blood Ulmer vergleichbar. Von ihm bemerkte Jazzmoderator Gerd Filtgen, er spiele die Gitarre mit stählernen Handschuhen. So muß Fauser die Schreibmaschine bedient haben. Jörg Fauser ist immer lesenswert, Kant als rasanter Handlungskrimi besonders. Empfohlen sei auch vom selben Autor: |