| Thomas
Brussig: Helden
wie wir Frankfurt am Main: Fischer, 1998. Taschenbuch - 322 Seiten |
| Dieses Buch wurde im Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein Buch nicht ganz gelesen habe. Es ist mein Ehrgeiz dies zu vermeiden, hat man doch bereits Geld und Zeit investiert. Die Helden wie wir starteten fulminant, wenn auch der Stil gewohnungsbedürftig ist. Doch dann wurde das fiktive Interview mit Mr.Kitzelstein durchgehalten. Das Buch besteht zu einem Drittel aus Fragen. Willkürlich habe ich gerade die Seiten 80 und 81 aufgeschlagen: es wimmelt von Fragezeichen. Zum Zählen bin ich zu faul. Die gelegentlich sehr guten Einfälle reissen das Werk nicht heraus. Es ist größtenteils langweilig und sich ständig wiederholend. Nach der oben erwähnten Einlesephase findet man es recht witzig, doch die Wiederholungen hielt ich nicht aus. Gegen größten Widerstand meines Ehrgeizes stellte ich auf Seite 242 (wo ist der Applaus?) die Lektüre ein. Es ist das erste von mir rezensierte Buch, für das ich keinen amazon-Link gebe: ich kann nur jedem abraten. Hoffentlich führt das nicht zur Situation der drei Gangster in der trockenen mexikanischen Sierra. Tagelang waren sie schon geritten, seit Stunden hatten sie keinen Tropfen Wasser mehr. Da sehen sie einen Schuppen, sie stürmen hinein und auf dem Tisch steht eine geöffnete, riesengroße Dose. Jim setzt an, säuft und stellt die Dose angewidert ab: "Äh, Salatöl!" John schnappt sie, säuft und haut sie auf den Tisch: "Pfui, Salatöl!" Da greift Bill danach: "Mich könnt ihr nicht täuschen!", säuft und säuft und wirft die Dose in die Ecke: "Schweinerei, es ist wirklich Salatöl!" - Also: Hände weg von Helden wie wir. |
| Vergleiche
aber |
| Literatur |
| Thomas Kraft: "Die silbernen Löffel der DDR. Thomas Brussigs »Helden wie wir«", in: Wieland und Winfried Freund, Hg.: Der deutsche Roman der Gegenwart. München: Fink, 2001. S. 145-149 |