| Heinz
Schlaffer. Die kurze Geschichte der deutschen
Literatur München: Hanser, 2002. Gebunden, 157 Seiten |
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Richtig gelesen: 157 Seiten und
fünf Zeilen genügen. Zumindest für Schlaffers brilliant
geschriebenem Essay. Auf dem Umschlag steht "Heinz Schlaffer, Jahrgang 1939,
ist Professor für Literaturwissenschaft an der Universität
Stuttgart". Genauso liest sich sein Buch stellenweise. Insgesamt ist
vorausgesetzt man kennt die wichtigsten deutschen Dichter und Schriftsteller
(diese Teilung legt Schlaffer unausgesprochen oft zugrunde) und hat Interesse
an der Entwicklung anhand der Umgebung im Land und in ganz Europa der
Essay fast schon spannend.
Nicht einverstanden bin ich mit der Bewertung Schlaffers der deutschen Literatur nach dem 2. Weltkrieg (132ff). Nur kurz erwähnt er Paul Celan und die zwei Nobelpreisträger, doch auch Frisch und Dürrenmatt schrieben deutsche Literatur. Er gesteht zu, daß die eigentliche Entdeckung der Literatur nach 1950 noch kommen könnte, da die Kanonisierung erst dreißig bis fünfzig Jahre nach dem Erscheinen beginnt (133; Hervorhebung von mir). Doch er setzt sich über diese Erkenntnis hinweg und sieht nur Leerstellen. Man darf nicht meinen, nach dem Lesen die deutsche Literaturgeschichte zu kennen. Aber mehr über die Zusammenhänge und Bedingungen des Entstehens der literarischen Werke weiß man auf alle Fälle. Deshalb im Sinne des letzten Satzes lesenswert: "Die kurze Geschichte der deutschen Literatur ist so kurz, daß ihrem Leser Zeit bleibt, sich wieder der deutschen Literatur zuzuwenden, der dieses Buch sein dasein verdankt" (158). |