| Elizabeth
Kantor: The
Politically Incorrect
Guide to English and American Literature Washington, DC: Regnery, 2006. Taschenbuch: 278 Seiten – |
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| Elizabeth Kantor findet, dass an den US-Colleges und -Universitäten die "falsche" Literaturtheorie gelehrt wird (postmodern, dekonstruktivistisch, marxistisch gar!). Schlimmer: sie behauptet, dass zudem gute Literatur den Studenten vorenthalten wird. | |
| Unter
diesen Prämissen legt sie in The Politically
Incorrect Guide to English and American Literature vor, was
und wie gelesen werden soll. Hier ist ihr Kanon: • Beowulf • Geoffrey Chaucer: The Canterbury Tales • Christopher Marlowe • William Shakespeare • John Donne • John Milton • John Dryden • Alexander Pope • Jonathan Swift • Samuel Johnson • Wordsworth • Coleridge • Lord Byron • die Shelleys • Keats • Jane Austen • Charles Dickens • Mark Twain • Nathaniel Hawthorne • Edgar Allan Poe • Herman Melville • Frederick Douglass • Emily Dickinson • Walt Whitman • Robert Frost • Oscar Wilde • Henry James • F. Scott Fitzgerald • William Faulkner • Flannery O'Connor Auf den Seitenstreifen des Textes (diesen Begriff kann Mrs Kantor nicht leiden, S. 195) nennt sie noch weitere Werke und Autoren, doch wenn ich es richtig sehe, kommt sie im zustimmenden Bereich über Ernest Hemingway: The Old Man and the Sea nicht hinaus. Andrerseits verwendet Kantor viele Seiten um Margaret Atwood: The Handmaid's Tale (1986) zu verwerfen (S. 27ff). Ein Grund, dass ich es demnächst lesen werde
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| Elizabeth
Kantor
gibt an mehreren Stellen selbst Anlaß auf eine
passendere
Ausdrucksweise zu achten (Quintessenz der Politischen Korrektheit!).
Die
Indianer wurden bei ihr von den
europäischen Siedlern westwärts gedrängt (S.
207). Man
findet sie also nun in Kalifornien |
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| Der
oben
gelistete Kanon ist ja nicht
schlecht, doch das überwältigende Gewicht auf vor
1940 ist ein schweres Manko. Ihre Ausgangsprämissen (siehe Für den Englischunterricht in Deutschland, gerade an den Hochschulen, treffen Kantors Thesen nicht zu. Das zeigt ein Blick in die |
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| Ohne
es zu merken (oder doch?) vertritt die Autorin genau die drei
Richtungen, die Heiner
Geißler, CDU, als die "drei apokalyptischen
Reiter" ausmachte
(ZDF nachtstudio, 19. August 2007 "Strategien der
Weltverbesserung"):
Kapitalismus,
Fundamentalismus, Nationalismus. Sie propagiert
das Buch (rückt auf meiner Leseliste weit vor), das
gerade (laut Titel) nachweisen will, dass das Christentum vieles davon
voranbrachte: Rodney Stark: The Victory of Reason: How
Christianity Led to Freedom, Capitalism, and Western Success
(siehe Vergleiche die vier apokalyptischen Reiter aus der Bibel, Offb 6,1-8, als Vorboten des nahenden Weltuntergangs (Apokalypse), eine typische Weltuntergangsfantasie. |
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| Politische Korrektheit benutzen heutzutage hauptsächlich Erzkonservative und Ganz-Rechte als Kampfbegriff gegen verschiedene sprachliche Konventionen, die sich um den Abbau von Diskriminierung bemühen. Zugegeben: da wird manchmal überzogen (wenn man beispielsweise im Deutschen statt dem "man" etwas anderes erkünstelt), aber deshalb muß man ja nicht die gesamte Bemühung für Einschluß von Minderheiten über Bord werfen. | |
| Fazit Der Politically Incorrect Guide führt für sich genommen ins literarische (ich ringe nach Worten, denn Shakespeare und Poe sind natürlich erste Sahne) Austragsstüberl. Elizabeth Kantor erklärt ihre antiquierte Vorstellung für politisch korrekt und quadriert sozusagen den Kampfbegriff der Erzkonservativen. Nur lesenswert, wenn man für die reichhaltige englischsprachige Literatur insbesondere auch der letzten 70 Jahre schon einen Blick hat und sich über verbohrte Ansichten amüsieren will. |
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| Elizabeth Kantor | |
| studierte
Englisch an der University of
North Carolina und Philosophie an der Catholic University in
Washington, D.C. Sie ist der Editor des Conservative Book Clubs ( |
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| Sie
vertritt
an vielen Stellen auch außerhalb des hier besprochenen Buches
recht fragwürdige, überhebliche (im Sinne von: WASP
bzw. bei ihr WASK = weiß, angelsächsisch,
katholisch) Vorstellungen. Hier ein Beispiel: An einigen Gerichtsbeispielen zeigt Frau Kantor, dass die Beleidigungsparagraphen auch anderen (nicht nur die Christen, Muslime etc.) zu Gebote steht (townhall.com 1. Jan. 2007, |
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| Links | |
| Literaturlisten für Anglistik und Amerikanistik (Auswahl) |
| Uni
Augsburg Lektürelisten: |
| Uni
Bamberg: |
| Uni Koblenz: |
| LMU
München: |
| Uni
Regensburg: |
| Und
um Frau
Kantor zu ärgern |
| Umfangreiche Bibliografie der Sekundärliteratur in: Hubert Zapf, Hg.: Amerikanische Literaturgeschichte. 1997: S. 561-577, siehe ganz unten. |
| Literatur |
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| Marc
F. Erdl: Die
Legende von
der Politischen
Korrektheit. Zur Erfolgsgeschichte eines importierten Mythos.
Transcript, 2004. Taschenbuch, 412 Seiten |
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| Ariane
Manske: Political
Correctness und Normalität. Synchron
Wissenschaftsverlag
der Autoren 2002.
Broschiert, 276 Seiten |
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| Hubert
Zapf. Amerikanische
Literaturgeschichte. Stuttgart: Metzler, 1997. 595
Seiten |
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