Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Joseph von Eichendorff
Joseph von Eichendorff: Das Schloß Dürande
Mundus, 1999. 34 Seiten
Denkt man da – eingedenk der Gedichte – nicht gleich an Schloß Hubertus? Und wirklich: schon im ersten Absatz der Novelle führt uns Eichendorff nächtens in den Wald, wo im Jagdhaus der Jäger Renald mit seiner Schwester Gabriele wohnt. Kurz darauf tritt deren Liebhaber, der Graf Hippolyt von Dürande, auf und wir haben alle Ingredienzien für einen Heimat-Groschenroman. Doch der Joseph hat anderes vor. Es entwickelt sich ein typischer Konflikt der feudalen Gesellschaftsordnung. Die Moralcodices werden strapaziert: Gabriele geht ins Kloster, folgt aber doch ihrem Grafen nach Paris. Wie und zu welchem schaurigen Ende sollte man selbst lesen. Es wimmelt zwar von Nachtigallen, Lerchen, Sperlingen und im Kloster – standesgemäß – von eingekerkerten Kanarien, doch die Novelle bietet weitaus mehr. Sie erschien 1837, dem Todesjahr von Georg Büchner! So treten auf: ein korrupter König, ein gestriger Graf Vater und ein äußerst ambivalenter Revoluzzer.
“Wer ist der Herr?” fragte Renald seinen Vetter, da der Fremde sich rasch wieder wandte. – “Ein Feind der Tyrannen”, entgegnete der Vetter leise und geheimnisvoll.
Und kurz darauf heisst es von eben jenem, obwohl anders gemeint:
“Hütet euch. Ein Freund des Volks.”
Das gilt auch heute noch, u.a. deshalb immer noch lesenswert.eichendorff Aus dem Leben eines Taugenichts
Bei Amazon nachschauen Vergriffen ist
Berlin: Cornelsen, 1992. Klassische Schullektüre, Taschenbuch - 96 Seiten Das Marmorbild / Das Schloß Dürande. (Lernmaterialien)Lernmaterialien. Hollfeld: Bange, 1995. 66 S. Klaus Lindemann. Eichendorffs Schloß Dürande. Konservative Rezeption der Französischen Revolution. Paderborn: Schöningh, 1989. Taschenbuch - 196 Seiten
 

Joseph von Eichendorff
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 26.6.2002