| Friedrich Schiller: Der Geisterseher. Aus den Papieren des
Grafen von O** In: Schiller. Werke. Zweiter Band. München: Vollmer, o.J. 321-424 Links Literatur Nachfolgeliteratur Rezensionen von Schauerromanen Zitate |
| Das Erzählfragment Der
Geisterseher erschien zuerst 1787-88 in der Zeitschrift Thalia.
Friedrich Schiller hatte damit einen großen Publikumserfolg. Er selbst
äusserte sich darüber später abfällig. Angelehnt an das Leben des Hochstaplers Alessandro Graf von Cagliostro ist die Erzählung zweigeteilt. Zuerst trifft der Erzähler Graf O** den unbenannten Prinzen in Venedig. Sie werden in geisterhafte, scheinbar übersinnliche Ereignisse verwickelt, die aber der sizilianische Magier aufklärt. Insoweit könnte man hier den Aufbruch der Zeit in ein wissenschaftliches Zeitalter sehen: wörtliche Aufklärung. Das Motto der Wissenschaftlerin Marie Curie: "Nothing in life is to be feared. It is only to be understood" wird vorweggenommen. Doch schon hier und noch öfters im zweiten Teil der Erzählung tritt ein Armenier in verschiedenen Masken und Personen auf. Dessen Identität oder Absichten bleiben unklar. Graf O** erfährt die folgenden Ereignisse nur noch aus Briefen des Baron F***. Was den Geschehnissen und Intrigen eigentlich zugrunde liegt, blieb mir verschlossen. Im KLL werden genannt: der protestantische Prinz (der durch angekündigten Tod in der Erbfolge aufrückt) soll zum Katholizismus übertreten; die Umtriebe des Jesuitenordens; Einfluß von mysteriösen Orden (hier: Bucentauro); politische Intrigen. An vielen Zutaten kann man jedenfalls einen Vorläufer des Schauerromans erkennen. |
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