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Ani, Friedrich
Ani, Friedrich: Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels
München: Knaur, 2001. 203 Seiten
Der Schuster Maximilian Grauke hat zum zweiten Mal seine Frau und deren Halbschwester plötzlich verlassen. Ermittler Tabor Süden und seine Assistentin Sonja Feyerabend (beide mir bekannt aus AniVerzeihen) dringen nur mühsam ins psychologische Geflecht zwischen den drei Personen vor.
Mir gefällt die unaufgeregte Vorgehensweise von Tabor Süden. Während viele deutsche Krimiautoren verzweifelt ihr Profil suchen (Italien und Rezepte bei Jaumann Jaumann: Saltimbocca; Italien und neugierige Ermittlerin bei Mayall Mayall: Nacht der Stachelschweine; eher abstoßender, überschlauer Amateur-Detektiv Matzbach bei Haefs Haefs: Und oben sitzt ein Rabe) hat Ani durch karge Erzählweise, lebensnahe Dialoge und den Münchner Heimvorteil hier einen ungewöhnlichen Psychokrimi vorgelegt.
Zugegeben: es ist nirgends brilliant, aber immer spannend und mit bemerkenswerten Miniszenen durchsetzt.
"Tschüss", sagte der Junge mit der Schachtel.
"Das heißt servus oder ciao", sagte ich. (S. 35)
Den "Jungen" muß man als Bayer schlucken; Ani und Knaur wollen auch nördlich vom Main Kohle machen. Oder es sind melancholische Weisheiten eingebaut ohne aufgesetzt zu wirken. "Egal, wie viel man getrunken hatte, das Wichtigste war, die Bestellung immer astrein auszusrpechen" (S. 22). "Die Zeit war da, ich nahm mir, soviel ich brauchte" (S. 26). "Unsere Aufgabe ist es, Vermisste zu finden. In ihr Leben zurückkehren müssen sie schon selbst" (S. 97).
Sehr zu empfehlender Krimi wenn man keinen Thriller erwartet; zum Ani-Einstieg besser geeignet als das derbe ani Verzeihen.
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Friedrich Ani   Friedrich AniFriedrich Ani. Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels. München: Knaur, 2001. 203 Seiten Friedrich Ani
Friedrich Ani. Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels. 2 CDs. München: Droemer Knaur, 2002Friedrich Ani

Ani, Friedrich
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