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Jürgen Kehrer
Jürgen Kehrer: Wilsberg und der tote Professor
Dortmund: grafit, 2002. Broschiert, 192 Seiten
Auf diesen Krimi kam ich durch ein Gerichtsverfahren, das der Sprachwissenschaftler Dr. Klaus Siewert gegen das Buch anstrengte und abblitzte (Jürgen Kehrer Angegriffene Literatur in der Bundesrepublik).
Der Privatdetektiv Georg Wilsberg hat einen Überwachungsauftrag, der, kaum daß er begonnen hat, zum Mordfall wird. Ein Sprachwissenschaftler an der Universität Münster hat ein Techtelmechtel mit einer Studentin und wird dabei von der gegenüberliegenden Straßenseite erschossen.
Die Anzahl der Tatverdächtigen bleibt überschaubar und der Leser kann miträtseln. Bis auf einige wenige Umstände entwickelt sich alles logisch und einsehbar. Wie kann der Professor sich der Studentin unsittlich nähern ohne wenigstens die Vorhänge zu zu ziehen (Wilsberg fotografierte ebenfalls von der anderen Straßenseite)? Wilsberg nächtigt bei der veränstigten Auftraggeberin Marie Kaiser, sie schlüpft völlig platonisch unter seine Decke!?
Neben einem gut konstruierten Handlungsablauf hat Kehrer auch flotte Sprüche (in erfreulich gemäßigter Anzahl) und gute Dialoge zu bieten (Verhör des noch lebenden Professors Varnholt, S. 121-122).
Ein lesenswerter Krimi der lobenswert ohne absonderliche Schrullen des Privatdetektivs auskommt.
Sprachwissenschaftler
Was mich erstaunt ist, daß moderne Romane mit Universitätsprofessoren oft einen Kommunikations-, Sprach- oder Literaturwissenschaftler als Protagonisten haben. Mir fallen spontan ein:
Kehrer J. M. Coetzee: Disgrace
Kehrer Philip Roth: The Human Stain
Liegt das daran, daß Schriftsteller diesen Bereich am besten kennen?
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Jürgen Kehrer Jürgen KehrerJürgen Kehrer: Wilsberg und der tote Professor. Dortmund: grafit, 2002. Broschiert, 192 Seiten

Jürgen Kehrer
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 28.2.2004