| Guillermo
Martinez: Die Pythagoras-Morde [Crimenes imperceptibles]. Frankfurt am Main: Eichborn, 2005. Gebunden, 204 Seiten. Angelica Ammar, Übs. |
| Der unbenannte
Ich-Erzähler tritt ein Stipendiumsstudium an der Universität Oxford an
und trifft auf Arthur Seldom, einem berühmten Mathematiker. In einer
Publikation über logische Reihen veröffentlichte er ein Kapitel über
Serienmorde. Der Zusammenhang wird dabei etwas konstruiert (und auch
Seldom selbst hält es im Nachhinein für eine schlechte Idee, S. 24). Begleitend zu einer Serie von Morden erhält Seldom Botschaften mit Zeichen einer logischen Reihe. Um die etwas simple Lösung dieser Reihe macht Autor Guillermo Martinez ein zu grosses Rätsel. Andrerseits übergibt Seldom dem Inspektor Petersen zwei mögliche Fortsetzungen der Reihe. Man erhofft sich davon Vorschau auf den nächsten Mord. Doch Petersen schaut sich den Zettel Seldoms nicht mal an (S. 102). Die Konstruktion des unterhaltsamen Romans ist gut ausgedacht; dem Leser wird am zweistufigen, verblüffenden Ende alles erklärt und glaubwürdig aufbereitet. Die offenen Motive werden gut verknüpft. Trotzdem erscheinen mir die Bezüge zu Kurt Gödel und den anderen Mathematikern und Philosophen weit hergeholt. Das liegt wohl daran, dass der Autor zuviele dieser Leute und ihrer Prinzipien hineinpacken will. Ockhams Rasiermesser ( Martinez trifft die Atmosphäre in Oxford gut; er verbrachte einen Teil seiner Doktorandenzeit dort (zum Vergleich dazu Cambridge: Die Übersetzung geschah anscheinend zu hurtig (ein Beispiel: "Windinstrumente", S. 116, gibt es vielleicht bei modernen Komponisten, hier sind es Blasinstrumente; das sieht fast nach einem Anglizmus aus. Oder ist das spanische Wort ebenfalls was mit Wind?). Die Pythagoras-Morde ist lesenswert. |
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