| Lilo
Beil: Gottes
Mühlen Saarbrücken: Conte 2007. 181 Seiten – |
| Mord eines Mädchens in einem Dorf der Südpfalz. Was noch ein Regionalkrimi? Ja, sogar ein betont in jener Gegend zwischen Pfalz und Elsaß angesiedelter. Damit hängt sich die Autorin mit ihrem ersten Krimi an eine Literaturmode an, aber im besten Sinne! |
| Friedrich
Gontard, ein junger, gut aussehender Kommissar aus der nahen Stadt
kommt zur Aufklärung ins Dorf. Schnell haben die Dorbewohner
einen Verdächtigen: der sonderbare Außenseiter,
Bücherwurm und Knecht bei einem Bauern. Das passt nicht. Der
muß es sein. Wie man es von einem guten Krimi erwartet werden zahlreiche Spuren auf andere Verdächtige gelegt, versteckte Hinweise nur, genug um die Fantasie des Lesers zu entfachen. Da erhält die Stimme des Apothekers einen markigen Klang, der Bruder des Dorfpfarrers verhält sich ungewohnt, ... Geschickt blendet die Autorin vereinzelt Tagebuchaufzeichnungen der Freundin der ermordeten Schülerin ein. Der Leser ist dem Kommissar voraus. Zum Ende ergibt sich ganz ungezwungen eine dramatische Zuspitzung. |
| Wie
schon in Tannöd ( Dabei erinnerte mich Gottes Mühlen weniger an Gisbert Haefs ( |
| Gelegentlich erklärt uns die
Autorin zuviel, so
warum Kommissar Gontard gut französisch spricht. Zudem
unterlaufen
ihr ein paar Anachronismen. Ob man 1957 schon von der Adenauerära (S. 17, 83) sprach, bezweifle ich. Diese Epochenbezeichnungen bürgern sich erst später ein. Im August 1957 war Elvis Presley keineswegs "immer im [deutschen] Fernsehen" (S. 90). Selbst um ihn im Radio zu hören, mußte man den AFN einschalten. Und noch nicht einmal Elvis selbst wußte, daß er mit der US Army nach Deutschland kommen würde. Am 24. März 1958 wurde er in den Staaten eingezogen und erst am 1. Oktober betrat er in Bremerhaven deutschen Boden. Ein anderes kurioses Versehen mit Elvis Presley passierte David Papineau in seinem: The Roots of Reason. Man lese: |
| Guter Regionalkrimi mit allen nötigen Zutaten. Der Kommissar ist prägnat charakterisiert. Ich freute mich, dass er mal nicht der aufgesetzt absonderliche Fiesling war, den viele Krimiautoren derzeit bemühen. Ebenso lobenswert: wie ein Maigret-Roman von Georges Simenon überschreitet die Autorin nicht die 250-Seiten Marke. Verschlingenswert. |
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