| Boileau,
Pierre; Narcejac, Thomas: Ich bin ein anderer. Ein Heldenleben. Rache mit
15 Drei Thriller in einem Band. Reinbek: Rowohlt, 1990. rororo 5226. |
| Ich bin ein anderer. [Les louves] Übs. Hermann
Schreiber. 153 Seiten. Erstausgabe: 1955 Normalerweise mache ich mir während der Lektüre Notizen über alles was mir auffällt. Bei Ich bin ein anderer kam ich nicht dazu, weil mich die Handlung so fesselte. Zwei Franzosen können aus deutscher Gefangenschaft fliehen, einer stirbt kurz vor Lyon, der andere nimmt seine Identität an. Das scheint ein Standardthema des Autorenduos Pierre Boileau und Thomas Narcejac zu sein (z.B. Vertigo). Erstaunlich, daß sie dem Thema immer neue Seiten abgewinnen können. Abgesehen von einigen kürzeren Passagen, die trotzdem zu lang gerieten, ist der Roman Ich bin ein anderer packend bis zur letzten Zeile. Das Motiv: heimkehrender Gefangener nimmt die Stelle bei der Frau seines Kriegskameraden ein, gab es auch schon in Für Freunde des psychologischen Krimis Pflichtlektüre, für alle anderen auch sehr empfehlenswert. Verfilmungen 1957 "Les Louves" F, mit Jeanne Moreau; Regie: Luis Saslavsky; aka "Demoniaque" 1984 "Letters to an Unknown Lover" F/UK, mit Ralph Bates; Regie: Peter Duffell Handlung in den Civil War verlegt: 1970 "The Beguiled" USA, mit Jo Ann Harris, Clint Eastwood; Regie: Don Siegel |
| Ein Heldenleben. [La Lèpre] Übs. Justus
Franz Wittkop. 154 Seiten Marc Pradier schreibt an Christophe ein langes Bekenntnis. Es beginnt im 2. Weltkrieg als er Privatlehrer bei Christophe war und dort in die Kreise der Resistance geriet. Gleichzeitig lernt er Olivier Pléaux kennen ein Kollaborateur, der auf der Abschußliste der Widerständler steht. Marc steht zwischen den Lagern und wird ein Doppelspion. Unfreiwillig wird er zum Helden und baut darauf nach dem Krieg eine politische Karriere auf. Doch 13 Jahre später holt ihn der unter falschem Namen (Standardmotiv bei Boileau und Narcejac) untergetauchte Olivier ein. Jetzt wird der Roman beklemmend spannend, den Marcs Laufbahn und privaten Erfolge stehen auf dem Spiel. Im ersten Teil zieht es sich manchmal, besonders weil der Ich-Erzähler seinem Adressaten immer wieder versichert, daß jetzt gleich losgeht ... Unnötig, den die Handlung ist eigentlich immer auf der Kippe. Im zweiten Teil zittert man mit Marc und das Autorenduo hat einen überraschenden Abschluß. Olivier Pléaux ist Schachspieler (sogar Fernschach, S. 51) und als Warnung wird eine schwarze Schachkönigsfigur versandt (S. 137). Sehr zu empfehlen. |
| Rache mit 15. [L'Âge bête] Übs.
Stefanie Weiss. 153 Seiten Zwei Schüler kidnappen ihre Mathematiklehrerin. Aus dem beabsichtigten Schülerjux wird durch verschiedene Widerwärtigkeiten blutiger Ernst. Wenn man den Autoren das etwas unwahrscheinliche Handlungskonstrukt abnimmt, hat man wieder eine spannende Geschichte zu lesen. Ich schwankte zwischen Fieber für den fünfzehnjährigen Lucien Chaillous und für das Opfer. Die beiden Schüler und die Atmosphäre im Schüleralltag sind meisterlich getroffen, Lucien wohl ein französischer Holden Caulfield ( Sehr zu empfehlen. |
| derzeit (4/2003) bei amazon nicht erhältlich | Boileau, Pierre; Narcejac, Thomas: Ich bin ein anderer. Ein Heldenleben. Rache mit 15. Drei Thriller in einem Band. Reinbek: Rowohlt, 1990. rororo 5226. |