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Lucarelli
Carlo Lucarelli: Das Mädchen Nikita
[Nikita]. Ulrike Schimming, Übs. Würzburg: Arena, 2000. 83 Seiten. Arena-Taschenbuch Bd. 2614 – Lucarelli Autor
Man soll den Klappentexten der Bücher nicht trauen. Der zu Das Mädchen Nikita stimmt. Die beiden letzten Zeilen bringen die eh schon windigen 80 Seiten (ziemlich viel Zwischenraum, großzügig leere Seiten, die letzten zwei Seiten sind als Zugabe eine Kurz-Kurzgeschichte Lucarellis) auf den Punkt:
"Eine furiose Jagd mit dem wahrscheinlich lächerlichsten Ermittlerduo aller Zeiten" 4. Umschlagseite
Der Leser sollte wissen, auf was er sich bei Lucarelli einläßt: kein Krimi, wo der Täter oder der schlaue Kriminaler im Mittelpunkt steht. Lucarelli kommt es auf fetzige Situationen und skurrile Leute an. Sein Inspektor Coliandro wurde einst von der Kripo in die Passabteilung strafversetzt, weil er einen V-Mann zusammendrosch. Nun mischt Coliandro halt unaufgefordert mit und treibt damit Hunderte von Krimis auf die Spitze, in denen ein Pensionär oder Pater von einem Mordfall zum nächsten taumelt. Coliandro ist überheblich ("Intelligent, dieses Mädchen. Nicht schlecht für eine Frau", S. 23), bescheuert und ignorant. Ausserdem will er ständig cool erscheinen, was – man kann es sich denken – nicht hinhaut.
Obwohl Das Mädchen Nikita in Bologna spielt und der Autor so ziemlich alles hineinmengt (Mafia, Drogen, Punks, Skins, Rock, Trash, Kultfilme) ist die Erzählung amüsant und rasant. Coliandros zufällige Begleiterin Nikita ist die eigentlich Detektivin. Sie gibt ihm die entscheidenden Hinweise und treibt damit die Handlung voran; ach ja, sie lässt ihm gelegentlich einen Blick auf ihre Schenkel werfen. Trotz des Buchtitels erfahren wir aber zu wenig von ihr.
In der Zeit, in der ihr diese Besprechung lest, wäre Das Mädchen Nikita schon halb ausgelesen; ist auf alle Fälle lohnender.
Literatur
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Lucarelli LucarelliCarlo Lucarelli: Das Mädchen Nikita. Ulrike Schimming, Übs. Würzburg: Arena, 2000. 83 S. Arena-Taschenbuch Bd. 2614
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.6.2005