| Carlo
Lucarelli: Laura di Rimini [Laura di Rimini] Köln: DuMont, 2004. 105 Seiten. Peter Klöss, Übs. – |
| Die
Literaturstudentin Laura aus Rimini bemerkt schnell, daß mit
ihrem Rucksack etwas nicht stimmt und beginnt zu flüchten.
Zunächst hat sie noch keinen Plan wohin. Mich als Leser
verstörte, daß sie weder der Polizei noch ihren
Eltern traut, aber wie so vieles Bizarres in diesem Kurzroman, wird das
verständlich. Das Geflecht der sich bekämpfenden
Gruppen erschweren Lauras Lage. Wer wie ich (unmotivierte) Autojagden haßt: alles scheinbar Wirre ist hier motiviert, wenn man ins Kalkül zieht, daß die Polente unterbezahlt ist und vier Kilo Kokain gerne selbst verhökern würde. Nur einmal überzieht Lucarelli: am Ende des 4. Augusts ging mir die Selbsthinrichtung zu weit (S. 70). Doch das schmälert die schnellen Szenenfolgen, die passende Sprache, die Teilauflösungen und das Finale nicht. Oft werden bei Besprechungen zu diesem rasanten Thriller die Stichworte Tarantino und Pulp genannt (ich denke, selbst Lucarelli baut sie in den Text ein). Nun, Tarantinos Film "Pulp Fiction" schaltete ich nach einer halben Stunde ab: zuviel Klamauk und Langeweile. Hier verspreche ich zwei bis drei höchst schrille und vergnügliche – wenn die organisierte Kriminalität nicht stört – Lesestunden. Über die |
| Francesca da Rimini Tochter des Stadtherrn von Ravenna, wurde um 1275 mit Gianciotto Malatesta, ebenfalls aus Rimini, vermählt, der sie wegen ihrer Neigung zu seinem Bruder Paolo um 1284 zusammen mit diesem ermordete. Neben Dante Alighieri später von Paul Heyse, Gabriele D'Annunzio und John Keats in die Literatur eingebracht. In der Malerei verewigte Anselm Feuerbach, in der Musik Sergei Rachmaninow die Francesca da Rimini. (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |
| Peter Klöss * 1962, lebt in Berlin, Übersetzer |
| Vergnüglicher, überraschungsreicher Krimi-Thriller. Lucarelli läßt es auch an Humor nicht fehlen. Beste Empfehlung! Halt, ich habe eine wichtige Eigenschaft vergessen: geistreich. |
| Kriminalhörspiel
Bearbeitung und Regie: Annette Berger Darsteller: Natalie Spinell, Markus Scheumann, Christian Kosfeldt u.a. Produktion: Westdeutscher Rundfunk 2005 Länge: 52'16 |
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