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Val McDermid: The Distant Echo.
[Deutscher Titel: Echo einer Winternacht] London: HarperCollins, 2004. 561 Seiten
mcdermid Rezension: The Wire in the Blood
Die Werbung des Droemer-Verlags für die deutsche Ausgabe Echo einer Winternacht des neuesten Krimis der schottischen Erfolgsautorin überzeugte mich. daß ich von ihr schon The Wire in the Blood (mein Urteil: "kein Spitzenkrimi", mcdermid Rezension: The Wire in the Blood) war mir entfallen (was schon einiges sagt).
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, in dem angekündigt wird, daß aufgrund der DNA-Analyse ein fast 25 Jahre zurück liegender Mord neu aufgerollt wird. Rückblende ins Jahr 1978 mit der Entdeckung eines brutalen Mordes in der Winternacht. Vier Studenten entdeckten die Leiche und kommen unter Tatverdacht. Die örtliche Polizei vermag ansonsten keine lohnenden Spuren zu entdecken. Die vier Freunde hatten am Vorabend eine Party besucht und dabei scherzhaft ein fremdes Auto benutzt. Daß sie trotz des Mordes diesen Scherz nicht sofort enträtseln nimmt man der Autorin ab. Die Verfolgung des Verbrechens wird dadurch etwas undurchsichtiger, die Handlung angereichert. Und das hat sie auch nötig, denn ab dem furiosen Beginn (bis zur Seite 18) passiert fast nichts mehr. Da überlegen verschiedene Personen, was sie von den bisher vorliegenden Hinweisen halten, die Studenten geben stückweise die Sache mit dem Auto zu, das Bild der ermordeten 19-jährigen Barfrau Rosie Duff nimmt etwas Formen an, aber sonst nichts. Fast hundert Seiten weiter durchsuchen Detective Inspector Barney MacLennan und seine Kollegin Janice Hogg das Zimmer der Ermordeten. Sie finden ihr Tagebuch, werfen kurz einen Blick hinein und – da anscheinend nicht gleich der Mörder drin steht – schließen es wieder in der Schublade ein (S. 106). Weiter plätschert der Roman dahin, der nächste Wachrüttler folgt dreißig Seiten später. Am Silvesterabend geloben Rosies Brüder Brian und Colin: Wenn die Polizisten kein Geständnis rausbringen, dann werden sie das übernehmen (S. 139). Aber das war dann schon wieder alles und Val McDermid plaudert unverbindlich weiter. Als ich erkannte, daß noch drei Viertel des Romans ungelesen war und außer den ersten zwanzig Seiten keine Spannung aufkam, wollte ich meine Zeit nicht mehr verplembern. Ich kann mich nicht mehr entsinnen, wann ich zuletzt das Einschlafen vermied, indem ich die Lektüre eines Buches aufgab.
The Distant Echo erhält einen Platz in den McDermid Literatur Schlaffies.
Ich erkenne wieder einmal, daß Verlagswerbung oft maßlos beschönigt. Der Name der Autorin ist wohl eine Abkürzung für Valium.
Späte Bestätigung und Genugtuung
"Val McDermid zelebriert die Taten ihrer selbstredend genialischen Täter an ebenso selbstredend schönen jungen Frauen auf eine Weise, die einen aus guten Gründen an der mentalen Befindlichkeit der Verfasserin zweifeln lassen."
Joachim Käppner (2011): "Hängt ihn einfach höher", SZ Wochenende Nr. 5, 8. Januar S. V2/1
Literatur
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McDermid McDermidVal McDermid: The Distant Echo. London: HarperCollins, 2004. 561 Seiten McDermid
Val McDermid: The Distant Echo. Martin's Press 2004. Broschiert, 496 Seiten McDermid
McDermid McDermidVal McDermid: Echo einer Winternacht. Droemer/Knaur, 2004. Doris Styron, Übs. Gebunden, 550 Seiten


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