| Gottfried Keller: Die Leute von
Seldwyla Die Novellensammlung Die Leute von Seldwyla erschien in 2 Teilen 1856 und 1873/74 |
| 1856 Die
Leute von Seldwyla I Pankraz, der Schmoller Romeo und Julia auf dem Dorfe Frau Regel Amrain und ihr Jüngster Spiegel, das Kätzchen. |
| Die drei gerechten
Kammacher In den drei Kammachergesellen Jobst, der Sachse, Fridolfin, der Bayer und der Schwabe Dietrich führt Keller den neuen ökonomischen Menschen vor. Er hat alle drei so ziemlich auf das Erwerben von Geld reduziert. Jobst wird zusammenfassend charakterisiert: "Kurz, er war die merkwürdigste Mischung von wahrhaft heroischer Weisheit und Ausdauer und von sanfter schnöder Herz- und Gefühllosigkeit". Sogar als Dietrich das andere Geschlecht beachtet, hängt alles vom Wettbewerb ab. Der Jungfer Züs Bünzlin (immerhin las sie Schillers Räuber, obwohl die Bürger Seldwylas nicht lasen) mit Wertpapierbesitz ist der Freier ebenfalls ziemlich egal. Er soll nur beim Wettlauf gewinnen. Groteske Novelle, die zum Schmunzeln anregt und wenn man's recht überlegt heute noch gültig ist. |
| 1873/74 Die
Leute von Seldwyla II Der Schmied seines Glückes Die mißbrauchten Liebesbriefe Dietegen Das verlorene Lachen. |
| Kleider machen Leute
"An einem unfreundlichen Novembertage wanderte ein armes Schneiderlein auf der Landstraße nach Goldach, einer kleinen reichen Stadt, die nur wenige Stunden von Seldwyla entfernt ist." So fangen Märchen an. Kleider machen Leute ist ein Märchen mit gesellschaftskritischem Hintergrund. Aufgrund seiner Kleider wird das Schneiderlein Wenzel Strapinski in Goldach für einen polnischen Grafen gehalten. Die funkelnde Komödie bricht zusammen als die Bürger Seldwyla bei einem Maskenfest mit den Leuten aus Goldach zusammentreffen. Doch die Liebe zwischen Wenzel und der Amtsratstochter Nettchen überwindet die Voruruteile. Sie wischt sie weg: "Keine Romane mehr! Wie du bist, ein armer Wandersmann, will ich mich zu dir bekennen und in meiner Heimat allen diesen Stolzen und Spöttern zum Trotze dein Weib sein." Ja, in Novellen Kellers geht das. Da wird Seldwyla zu Troja. Unbedingt lesen, auch heute rennen Millionen hinterm schönen Schein her, den sie erst selbst in die Start-up-Unternehmen hineinlegen. Wie auch Wenzel "ohne jede Zutat" zum Grafen wurde. |
| Links |
| Sekundärliteratur |
| Bänziger, Hans: "Ambivalenz der Eitelkeit.
Gottfried Keller: »Kleider machen Leute« (1873)", in: Winfried
Freund, Hg.: Deutsche Novellen. Von der Klassik bis zur Gegenwart.
München: Fink, 1993. Uni-Tb 1753. S. 165-174. Giehrl, Hans E.: "Gottfried Keller: Kleidermachen Leute", in: Jakob Lehmann, Hg.: Deutsche Novellen von Goethe bis Walser. Interpretationen für den Deutschunterricht. Bd. 1. Von Goethe bis C. F. Meyer. Königstein, Taunus: Scriptor, 1980. S. 275-287. Rötzer, Hans Gerd: "Kleider machen Leute. Gottfried Keller", in: Literarische Texte verstehen und interpretieren. München: Manz 1994. S. 78-100. Wiese, Benno von: Die deutsche Novelle von Goethe bis Kafka. Interpretationen I. Düsseldorf: Bagel, 1967. S. 238-249. |
| Literatur |