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Gottfried Keller
Gottfried Keller: Der grüne Heinrich
nach Plänen von 1842/55. 1. Fassung: 1854/55; 2., umgearbeitete Fassung 1879/80
Heinrich Lee ist der Ich-Erzähler, der wegen seiner uniformgrünen Jacken und Röcklein »grüner Heinrich« genannt wird. Heinrich will Maler werden und durchläuft mehrere Stationen auf dem Weg zu einem berühmten Künstler, unterwiesen von ganz unterschiedlichen Lehrern. Er schwankt zwischen Malerei als Broterwerb und um der Kunst willen. Er malt realistisch und phantastisch, ist sich seines Könnens bewußt und zweifelt daran. Zuhause in der Schweiz schwankt er zwischen der blutjungen, aber blutarmen Anna und der reiferen, sinnlichen Judith. Zur weiteren Ausbildung zieht er nach München, scheitert aber und erlebt auf dem Nachauseweg zur todkranken Mutter ein romantisches Märchen auf einem Grafengut.
In der Erstfassung sieht er die Mutter nicht mehr lebend und stirbt wohl auch selbst bald. Ich las die zweite Fassung, wo er die Mutter gerade noch auf dem Sterbebett erlebt und später Judith wieder trifft. In beiden Fassungen peinigen ihn (zu recht, wie ich meine) Vorwürfe gegenüber seiner Mutter.
Stilistisch schwankt Keller zwischen Realismus und zahlreichen romantischen Passagen.
Der grüne Heinrich wird vielfach neben Goethes Wilhelm Meister und Stifters Nachsommer als der bedeutendste deutschsprachige Entwicklungsroman gehandelt. Ich kenne nur Stifters (Adalbert Stifter Adalbert Stifter) langatmigen Nachsommer und bevorzuge Kellers Der grüne Heinrich bei weitem. Lesenwert
Keller verwendet manch heute ungebräuchliche Wendung. Mit gefiel beispielsweise: "Da hatte ich die ganze Stilfrage in einer Nuß" (IV, 4); stammt von Plinius Plinius dem Älteren “in nuce”. Der Ewige Jude Ahasverus tritt kurz auf (I, 6); Plinius Ahasver, der Ewige Jude.
Mir zu selten, aber doch verstreut erwähnt wird, was damals von Jugendlichen gelesen wird. Neben Goethe beispielsweise J.G. Zimmermanns "Buch über die Einsamkeit" (II, 7). Darüber verfasste der Bergsteiger Leo Maduschka 1933 seine Dissertation (Leo Maduschka Das Problem der Einsamkeit im 18. Jahrhundert im besonderen bei J. G. Zimmermann). Bei nächtlichen Treffen lesen sich Judith und Heinrich gegenseitig vor, so von Ludovico Ariosto aus Der rasende Roland [Orlando Furioso] in III, 7. Eingestreut sind auch Gedichte oder Verse, wie Angelus Silesius Angelus Silesius: "Blüh auf, gefrorener Christ" (IV, 12).
J. G. Zimmermann, 8.12.1728 Brugg, jetzt Kanton Aargau – 7.10.1795, Arzt und Schriftsteller
1756 Betrachtungen über die Einsamkeit
1773 Von der Einsamkeit
1784/85 Ueber die Einsamkeit, 2 Bde.
Links
HeinrichDer grüne Heinrich Zweite Fassung (1879/80) online bei Gutenberg
keller Der Autor Gottfried Keller
keller Zitate
Literatur
Muschg, Adolf: "Gottfried Keller. Der grüne Heinrich". In: Fritz J. Raddatz, Hg.: ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher. Frankfurt 1980. S. 251-254; muschg Übersicht
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