| Melville, Herman. Typee. A Real Romance of the South Seas. Rezension |
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| Im Untertitel ist nur die
Südsee wörtlich zu nehmen. Das "real" teilweise, da Melville
zwar ein paar Wochen auf den Marquesas Inseln war, jedoch nicht die vier
Monate, die er im Roman Typee schildert. Und die "romance" ist
nur zum Teil das, was man sich darunter vorstellt. Melville will in Nukuheva auf den Marquesas Inseln heimlich abheuern. Der Kapitän seines Schiffes ist untragbar. Toby schließt sich ihm an. Beide können entfliehen und gelangen abenteuerlich in das Tal der Typees, des gefürchtesten Stammes auf der Insel, allen anderen feindlich gesinnt und schon im Namen auf Kannibalismus hinweisend. Doch die beiden werden von Typees sehr wohlwollend aufgenommen. Sie teilen nunmehr das sorgen- und arbeitsfreie Leben des Stammes, der völlig isoliert in einem Tal lebt. Melville schildert Sitten und Gebräuche eindrucksvoll. Toby kommt von einem Ausflug zur Küste nicht mehr zurück, der Ich-Erzähler ist auf sich allein gestellt. Obwohl es ihm an nichts mangelt, fühlt er sich bald als Gefangener und will nach Nukuheva zurück. Die Romanze wird zum Gefängnis. Nach vier Monaten kann er ausbrechen... Im Laufe der vier Monate bei den Typees muss Herman manches Vorurteil korrigieren. Herbe Kritik übt er an den weissen Eindringlingen, an den Matrosen, Soldaten und christlichen Missionaren. "The invaders, on their march back to the sea, consoled themselves for their repulse by setting fire to every house and temple on their route; and a long line of smoking ruins defaced the once-smiling bosom of the valley, and proclaimed to its pagan inhabitants the spirit that reigned in the breasts of Christian soldiers" (Kap.3). Hier zieht Melville durchaus Parallelen zur Eroberung Amerikas und zum Eindringen der Zivilisation in die Wildnis überhaupt. "... but Civilisation, for every advantage she imparts, holds a hundred evils in reserve" (Kap.17). Im Gegensatz zu seiner "real romance" erzählen andere nur schönfärberische Geschichten von der Südsee. "To read pathetic accounts of missionary hardships, and glowing descriptions of conversions, and baptisms taking place beneath palm-trees, is one thing; and to go to the Sandwich Islands and see the missionaries dwelling in picturesque and prettily-furnishes coral-rock villas, whilst the miserable natives are committing all sorts of immoralities around them, is quite another" (Kap.26). Ein Loblied auf die Heiden! Wilden! ja, Kannibalen! Man könnte meinen, der Ich-Erzähler übertreibt. Doch dieser wehrt ab. "Let it not be supposed that I have overdrawn this picture. I have not done so" (Kap.27). |
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| Typee erschien zuerst 1846
in Großbritannien und gleich darauf in New York. Harpers, New York,
zensierte aber Angriffe auf den Imperialismus (Melville wagte Kritik an der
Vernichtung der Indianer; er verglich die Unterwerfung Polynesiens mit
Nordamerika) und die Missionierung. The Oxford Companion to English
Literature, Ausgabe 1987, hat es noch immer nicht begriffen. Er nennt die
völlig ernst vorgebrachten Passagen "satirical attacks" (1011).
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| Taipi. Berlin: Aufbau, 2001. Broschiert, 395 Seiten | Typee. Tuttle: Everyman Paperback Classics, 1993. Taschenbuch - 293 Seiten | Taipi. Two Books, 1999. Gebunden, 352 Seiten | Typee. A Peep at Polynesian Life . Penguin Classics, 1996. Taschenbuch |
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| Vergriffen:
Typee, Omoo, Mardi. Literary Classics of United States, 1982.
Gebundene Ausgabe - 1333 Seiten. Wegen des schönen Covers suchenswert,
am besten mit |
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