| Ernest
J. Gaines: A Lesson Before Dying Serpent's Tail. London, 1998. 256 Seiten – |
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| Ernest J.
Gaines erzählt die Geschichte des 21-jährigen Farbigen Jeremias
Jefferson, der unschuldig zum Tode verurteilt wird, von der Tat bis zum
Tod Ende der Vierziger Jahre im 20. Jahrhundert. Er schreibt so
einfach, klar und eindeutig, daß es wie eine Fabel klingt. In Fabeln
geht es oft um Tiere. Das ist auch der Anlaß für diese ansonsten, in
jener Zeit an jenem Ort – Louisiana, Süden der USA – eher alltägliche
Story. Jeremias' Verteidiger setzt auf die Mitleiddrüse, vergleicht den
Angeklagten mit einem "hog" (Ferkel, Schweinhund, Schmutzfink) und
setzt ihn (und damit alle Schwarze) auf die Stufe eines Dorfdeppen. In
seiner Verteidigungsrede mischt der Anwalt "er" und "es" munter
durcheinander: "... but would you call this—this—this a man? No, not. I
would call it a boy and a fool. ... A man with a modicum of
intelligence would have seen that those racketeers meant no good. But
not a fool" (7). Und er fährt fort mit seiner Beschreibung des
Angeklagten: "A thing to hold the handle of a plow, a thing to load
your bales of cotton, a thing to dig your ditches, to chop your wood,
to pull your corn" (7-8). Das gipfelt in: "Why, I would just as soon
put a hog in the electric chair as this" (8). Jeremias' Patenmutter Emma setzt nun alles daran, daß er wie ein Mann in den Tod geht. Der Ich-Erzähler, der Dorflehrer Grant Wiggins, soll dies durch regelmäßige Besuche im Gefängnis bis zur Hinrichtung bewerkstelligen. Obwohl die Gespräche, sowohl mit dem Todeskandidaten, als auch mit dessen Verwandten und Bekannten, recht einfach gehalten sind, geht es doch um die Menschenwürde, den Glauben und die richtige Verhaltensweise in einem intoleranten, repressiven Umfeld. Dafür sieht Higgins nur drei Alternativen: Entwürdigung, gewaltsamer Tod oder Flucht. Immer wieder tritt die US-amerikanische Flagge auf: "We pledged allegiance to the flag" (33), "I saw two boys taking in the flag" (92). Der Leser weiß, daß das Pochen auf Gesetz, Recht und Nation eine verlogene Welt übertüncht. Manchmal scheint mir in Gaines' Stil die US-Writer-School zu sehr hervorzustechen. So der vieldiskutierte (und gelobte) Eingangssatz: " I was not there, yet I was there". Vergleiche mit "It was like so, but wasn't", der erste Satz von
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| Der Roman A Lesson Before Dying, deutsche Übersetzung Jeffersons Würde, ist sehr lesenswert. | |
| [*] Anmerkung Jedes Stück der Gesangsgruppe The Ink Spots ("If I Didn't Care?", "Whispering Grass", "Melody of Love", ...; Aufnahmen mit Louis Armstrong und Ella Fitzgerald) beginnt mit den gleichen Gitarrenakkorden. Die Erklärung der Gruppe: es sind die besten Akkorde, die es gibt. Warum sollten wir mit mässigeren beginnen? – zurück zum Text |
| Biografie |
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* 15. 1. 1933 River Lake Plantage in Oscar im Pointe Coupée Parish,
Louisiana; wird zum bevorzugten Umfeld seiner literarischen Werke Ernest ist der älteste von 12 Kindern ab 1942 Baumwollpflücker; die Schule dauert – wie in A Lesson Before Dying – nur 5-6 Monate/Jahr seine Eltern ziehen nach Kalifornien 1948 Ernest folgt seinen Eltern nach Kalifornien; in Louisiana gab es in den Vierzigern ein Gesetz, daß Farbige keine öffentliche Bibliothek betreten dürfen San Francisco State University; Fellowship für die Stanford University 1956 erste Kurzgeschichte Gaines wohnt in San Francisco und Lafayette, Louisiana; in Lafayette ist er Writer in Residence an der University of Southwestern Louisiana verheiratet mit der Rechtsanwältin Dianne Saulney. |
| Bibliografie |
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1964 Catherine Carmier 1967 Of Love and Dust 1968 Bloodline 1971 The Autobiography of Miss Jane Pittman 1971 A Long Day in November 1978 In My Father's House 1983 A Gathering of Old Men 1993 A Lesson Before Dying. 1994 Best Fiction Award von der National Book Critics Circle; Oktober 1997 Auswahl im Oprah's Book Club |
| Links |
| Ernest J. Gaines |
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| Besprechungen und Materialien: A Lesson Before Dying | |
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| Ernest J.
Gaines. A Lesson Before Dying. New York: Knopf,
1997. Gebunden, 256 Seiten |
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| Deutsche
Übersetzung: Ernest J. Gaines. Jeffersons Würde. München: Heyne, 1997. Broschiert, 284 Seiten; Neuauflage: Scherz, 2001 Beide sind derzeit (8/2005) vergriffen. |
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