| John
Fante: Wait Until Spring, Bandini London: Paladin 1990. 190 Seiten |
| Angeregt von Storyschreiber Jaromir
Konecny, der John Fante in eine Reihe mit Henry Miller, Charles Bukowski und
Jörg Fauser stellt, habe ich John Fantes ersten Roman Wait Until
Spring, Bandini gelesen, eigentlich habe ich ihn eingesogen. Der Roman
handelt von einer aus Italien eingewanderten Familie in einer Kleinstadt
Colorados und ist der Beginn mehrerer Romane über Arturo Bandini. Jener
ist auf Seite 11 vierzehn Jahre alt, kurz darauf (Seiten 21 und 23) ist er
zwölf. Dieser Lapsus stört das Meisterwerk nicht. Denn dieses Buch
ist durchweg überzeugend. Wer selbst aus eher armen Verhältnissen
stammt wird sich in Bandinis Familienleben wiederfinden, ebenso der Leser, der
durch Ortswechsel das Fremdsein am eigenen Leibe erspürte. Dabei wird John
Fante nie bombastisch, melodramatisch oder moralisch. Trotzdem ist alles da:
der Seitensprung des Vaters Svevo Bandini, Arturos erste Liebe, Probleme beim
täglichen Lebensunterhalt, in der Schule, Kämpfe und Rivalität
der Brüder. Entscheidend spielt Mamma Maria und deren Mutter Donna Toscana
mit. Der Stil ist fesselnd ich war während des Lesens selbst in den
verschneiten Straßen von Rocklin, Colorado, unterwegs und
erinnerte mich an John Steinbeck. Absolute
Spitze; kleines Manko: etwas konstruierte Handlung. In den mir zur Verfügung stehenden zwei amerikanischen Literaturgeschichten ist Fante nicht erwähnt, was nicht unbedingt schlecht ist. Auch im KLL finde ich keinen Eintrag. John Fante wurde 1909 in Colorado geboren und begann mit zwanzig zu schreiben. Sein erster Roman, eben Wait Until Spring, Bandini, erschien 1938. Es folgten Ask the Dust, Full of Life, Dreams from Bunker Hill, Dago Red und Brotherhood of the Grape. Er heiratete, eine Tochter, drei Söhne und lebte über dreißig Jahre in Malibu, Kalifornien. |