| John
Updike: Roger's Version [Das Gottesprogramm. Rogers Version]. New York: Knopf, 1986. 328 Seiten – |
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Der
Informatikstudent Dale Kohler kommt gleich zum Romanstart zum
Theologieprofessor Roger Lambert (Ich-Erzähler, daher alles: Rogers
Version), um ein Stipendium für sein Projekt zu bekommen. er will mit
Simulationen auf einem Großrecher die Existenz Gottes beweisen. Nun
sind Gottesbeweise gewiß nichts Neues (
Mir machte es Spaß, die vertauschten Rollen zu verfolgen. Für die Leser ohne philosophische, biologische oder physikalische Ambitionen werden auch Rollen getauscht. Roger bandelt mit seiner Halbnichte Verna an, Dale dafür mit Rogers Frau Esther; oder ist das nur Rogers Version um seinen Seitensprung zu sanktionieren? Wer Updike kennt, weiß, daß alle vier keine Schranken kennen und Updike dies mehr als genüßlich auswalzt. Das durchgängige Thema ist die amerikanische Mittelschicht und ihr way of life, den der Leser detailliert serviert bekommt. Typisch beispielsweise, wenn Roger seine Nichts einlädt und gleichzeitig hofft, sie nehme nicht an (S. 275). Wie Harry Angstrom, Protagonist der Rabbit-Serie, ist auch der Protestant Roger ein traurig-komischer Held, völlig angepasst an die WASP-Umgebung. Die Verbindung mit Verna (die unschicklich mit einem Afro-Amerikaner, der sie aber inzwischen verlassen hat, eine Tochter hat) ist heimlich, sie wird von ihm bezahlt. Die triebhafte, unselbständige Verna lebt seit Monaten in einem anderen Viertel, ohne daß sie Roger je besucht hätte. Für mich war Roger's Version wegen der ausgiebigen Diskussionen lesenswert. Updikes grandioser Stil (im englischen Original lernt man viele neue Wörter!) macht auch die mehrschichtige Handlung trotz etwas langer Beschreibungen kurzweilig. |
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| Die
Literaturwissenschaftlerin Judith Shulevitz meinte zu John Updike und Philip Roth, Norman Mailer
und Harold Brodkey:
»dirty young men« der amerikanischen Literatur der 60er und 70er Jahre.
OK, jetzt wißt ihr, mit wem ihr eure Leseliste ergänzen müßt. |
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| Links | |
| Literatur | |
| Wilson, Raymond J., III (1989): "»Roger's Version«: Updike's Negative-Solid Model of »The Scarlet Letter«". Modern Fiction Studies 35:2, S. 241-250. |