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Roth, Philip Patrimony
Philip Roth: Patrimony. A True Story
New York: Simon and Schuster, 1991. 238 Seiten – philip roth Linksphilip roth Zitate
In Patrimony gibt Philip Roth dem Leser Einblick in seine Sohn-Vater Beziehung. Mit 86 Jahren wird bei Herman Roth ein Gehirntumor festgestellt. Der Sohn begleitet seinen Vater ein Jahr bis zum Tod und schildert diese Zeit mit zahlreichen Rückerinnerungen genau, ehrlich (Untertitel A True Story geht aus dem Text selbst hervor) und keine Entscheidung oder Peinlichkeit auslassend.
Selbstverständlich geht Roth auch auf die lebenslange Beziehung zu seinem Erzeuger ein. Herman ist ein pensionierter Versicherungsmanager und hat – wie die meisten Alten – seine Eigenheiten, die seine Umgebung plagen. Er lässt sich nicht helfen, ist eigenwillig bis stur, ist geizig und großzügig.
Herman und seine Söhne beraten über die Krankheit und ihre Behandlung. Sie entscheiden sich gegen einen operativen Eingriff und Herman lebt noch ein Jahr mit Einschränkungen und Schmerzen. Philip und Herman geben eine Sterbeverfügung ab: keine künstliche Lebensverlängerung. Schließlich wird der Sohn noch vor eine letzte Entscheidung gestellt ... Am Ende kämpft Hermans Körper doch einen Tag gegen den unausweichlichen Tod.
Patrimony ist – man hält es bei dieser Thematik fast für unmöglich – ein humorvolles Buch. Nicht knallvoll, aber mit schmunzelnden Randbemerkungen. Beispiel: Philip erzählt einer Bekannten von der Konsultation des Chirurgen: "... to look at him, I wouldn't trust him to carve my Thanks-giving turkey" (S. 128).
Roths Stil ist einfach, unaufdringlich und ohne Oberflächenbotschaft. Seine Schilderung ist zutiest menschlich.
Ich las die ersten hundert Seiten auf einen Satz, doch dann hatte die Geschichte einen Hänger einschließlich der detaillierten Schilderung eines Baseballspiels (S. 142). (War hier Roth der erste? Eine Marotte der US-Autoren? Siehe die extensive Baseball-Einleitung in Don DeLillo Underworld).
Nach dem Baseballexkurs war Patrimony bei aller Problematik wieder ein packendes Lesevergnügen. Die teils sehr langen Erinnerungen Hermans (beispielsweise S. 190) überflog ich.
1991 National Book Critics Circle Award.
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