| Ha Jin: Waiting [Warten]. New York: Pantheon 1999. 308 Seiten |
| Nach dem Lesen der kurzen Inhaltsangabe
von Waiting war ich skeptisch. Ein verheirateter Mann nimmt sich eine
andere und will sich scheiden lassen. Mann, oh Mann, hundertfach gelesen und
durchgekaut ... Doch nach Jins War Trash ( In Waiting zieht sich die Dreierbeziehung unter extrem erschwerten Bedingungen über mehr als 18 Jahre. Lin Kong wird nach dem Wunsch der Eltern mit Shuyu verheiratet. Sie bekommen eine Tochter. Er wird Militärarzt und in das Militärkrankenhaus der Stadt Muji versetzt. Shuyu bleibt mit Tochter Hua im Gänsedorf (Goose Village). Trotz strikter militärischer Regeln, die mit Entlassung und Ächtung drohen, lernt Lin die attraktive Manna Wu näher kennen. Jedes Jahr im knappen Sommerurlaub fährt Lin nach Hause und will sich scheiden lassen. Jedes Jahr scheitert die Scheidung aus den verschiedensten Gründen und Manna wartet. Nach einer juristischen Frist von 18 Jahre zerrütteter Ehe ist die Zustimmung der Ehefrau zur Scheidung nicht mehr notwendig. Lin wird "frei" und heiratet Manna. Doch nicht alles erweist sich als ideal. Das jahrelange Warten hat seinen Preis. |
| Der Roman Waiting führt in
die uns fremde Welt der Militärs in der Volksrepublik China ein. Die
Gegensätze zwischen Land und Stadt, der Analphabetin Shuyu und dem
Akademiker Lin und die Rituale der Tradition versus den strikten Regeln der
Revolution / Partei bilden den Hintergrund. Das hierarchische Gefüge wird
durch die Regeln gestützt und ist nur vordergründig der Moral
verpflichtet. Während den unteren Militärgraden alles vorgeschrieben
und vieles verwehrt ist, wird Krankenhausdirektor Su von seiner Frau
geschieden, weil jene es wagte in einer Broschüre Mitglieder des
Politbüros in Peking zu kritisieren (S. 151). Andrerseits müssen sich
Manna, Lin und Geng Yang (ein Mitsoldat) bei Su die Erlaubnis holen, wenn sie
in die Stadt zum Essen gehen wollen (S. 169). Geng Yang wird einer der ersten
Neureichen im teil-kapitalistischen China. Unter den Militärs kursiert westliche Literatur. Der hochrangige Kommissar Wei gibt Wanna gar Walt Whitman: Leaves of Grass zu lesen und lässt sie daraus "A Song for Occupations" ( |
| Fazit |
| Der Reiz von Waiting liegt darin, dass es menschlich allgemein gültige Probleme in einem für uns ungewohnten Umfeld zeigt. Ganz nebenbei erhält man einen Einblick in das China in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. |
| Auszeichnungen |
| 1999 National Book Award for Fiction:
2000 den PEN/Faulkner Award, gleichzeitig Nominierung für den Pulitzer-Preis. |
| Links |
| Ha Jin:
Waiting: Walt Whitman: A Song for Occupations: From Leaves of Grass (1855) - |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
|
![]() |
|
| Ha Jin: Warten. Dtv 2004.
Susanne Hornfeck, Übs. Broschiert, 333 Seiten
|
||