| Denis
Johnson: Tree of
Smoke: A Novel London: Picador, 2008. Taschenbuch, 614 Seiten – |
| Zur Einstimmung in dieses Vietnam-Kriegsepos lese
man “Ambush” von Tim O'Brien,
enthalten in The Things They
Carried, siehe
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Die
Aufnahme von Tree
of Smoke bei mir und die Besprechung dazu leidet unter
zweierlei:
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| Wie Leo Tolstois Krieg
und Frieden läßt Johnson in Tree of Smoke
einige Personen auftreten und eine Vielzahl von Gestalten
vorbeihuschen. Zu den Personen gehören: William “Skip” Sands, CIA Agent, sein Bruder James, Rekrut, und deren Onkel Colonel Sands, eine zwielichtige Figur. Eine lange anhaltende Frage während der Lektüre war: Was machen die? Oder mit Heinz Erhardt: "Ja, wo laufen sie denn?" Ich meine, Johnson wollte damit die Sinnlosigkeit des (Vietnam)Kriegs zeigen. Das gelingt ihm. Ein weiteres durchgehendes Thema ist der Mythos des Krieges, ohne dem wohl weniger Leute bereit wären auf beiden Seiten in den Kampf einzusteigen. |
| Wieland
Freund drückt es in seiner Besprechung in der
WELT treffend so aus: „Denn die Skip-Sands-Geschichte, die kompliziertere (auch problematischere) Hälfte von Johnsons Roman, liest sich, als hätte Pynchon, der amtierende Zeremonienmeister des postmodernen Verwirrspiels, Joseph Conrads "Herz der Finsternis" neu erzählt - jene Novelle also, die schon für den Vietnam-Film aller Vietnam-Filme, Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now", Pate stand.” Denis Johnson hat mit In der Hölle: Blicke in den Abgrund der Welt [Seek. Reports from the Edges of America and Beyond] schon ein vom Herz der Finsternis inspiriertes Werk vorgelegt; siehe Verwandtes zu Joseph Conrads Heart of Darkness, unter |
| Der Romantitel
leitet sich von einer Kriegsaktion "Tree of Smoke" ab, die sich
wiederum auf „And I will show wonders in the heavens and in
the
earth,
blood, and fire, and pillars of smoke”, Joel 2:30, und „Who is this
that comes out of the wilderness like pillars of smoke, perfumed with
myrrh and frankincense, with all powders of the merchant?”, Song of
Solomon 3:6, bezieht. Einheitsübersetzung 3 „Ich werde wunderbare Zeichen wirken / am Himmel und auf der Erde: / Blut und Feuer und Rauchsäulen”, Das Buch Joël, Kapitel 3,6 6 „Wer ist sie, / die da aus der Steppe heraufsteigt / in Säulen von Rauch, umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, / von allen Wohlgerüchen der Händler?”, Das Hohelied, Kapitel 3,6 Natürlich assoziert der Titel auch den Pilz der Atombombe, der im Krieg immer als Menetekel am Horizont steht. |
| Dialoge Der Roman lebt durch die Dialoge. Die Dialoge strotzen von 4-letter-words und gaben mir einige Verständnisprobleme. Hier ein leicht verständlicher Wortwechsel zwischen den Brüdern Skip und James: "How long are you going to stay an asshole?" – "'Till something convinces me different." (S. 528) Auf S. 11 schaffte es Skip zur dreifachen Verneinung: „None of that shit don't matter to me no more”, siehe dazu auch |
| 2007 National Book Award |
| Die grosse Begeisterung der Kritiker zu Tree of Smoke kann ich nicht ganz teilen. Das liegt an den eingangs genannten Handicaps. Zum anderen: wenn man einige Lobeskritiken genau liest, gestehen die Leser ein, dass sich die Lektüre manchmal zieht oder zumindest recht mühsam ist. Der rote Faden stellte sich bei mir nicht ein, vor allem deshalb, weil Johnson bewusst keinen ausgelegt hat. Der Vietnamkrieg war ein ganz besonders beschissener Krieg. Das Scheitern der USA und der Protagonisten ist lehrreich zu verfolgen. |
| Links |
| Denis Johnson,
1949 in München als Sohn eines Besatzungsoffiziers geboren: |
| Ted Gioia:
„Denis
Johnson - Tree of Smoke“: |
| Vergleichsliteratur | |
| Leo Tolstoi: Krieg und Frieden | |
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| Literatur |
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| Denis
Johnson: Ein gerader Rauch. Berlin: rororo, 2010.
Taschenbuch: 880 Seiten Bettina Abarbanell & Robin Detje, Übs.
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| Tim
O'Brien: Things They
Carried. Mariner, 2009. Taschenbuch, 256
Seiten |
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