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Adams
Douglas Adams: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
[dt.: Per Anhalter durch die Galaxis] New York: Del Rey, 2005. Taschenbuch, 309 Seiten – Douglas LinksDouglas Literatur
In jungen Jahren hatte ich mal eine längere Science Fiction Phase: ich frass SF-Romane und Kurzgeschichten. Schon damals bevorzugte ich gut ausgedachte (Kurz)Geschichten und nahm Reisen im Weltraum, Krieg der Galaxien oder technische Wundermonster nicht zur Hand. Meine Lieblingsautoren des Genre waren Fredric Brown und Robert Sheckley.
The Hitchhiker's Guide to the Galaxy beschreibt eine kleine Odyssee durch den Weltraum. Der Anlass für den Erdenbewohner Arthur Dent eine solche Reise mit Ausserirdischen zu unternehmen, ist die Vernichtung der Erde. Anderen Wesen ist die Erde im Weg: sie wollen genau dort eine Umgehung bauen. Dent scheint der einzige Überlebende zu sein. Bis dahin ist die Handlung ziemlich stringent. Mit dem Auftreten der Ausserirdischen wird es aber mehr oder weniger beliebig. Einen roten Faden erkannte ich nur abschnittsweise, z. B. galt es mal den Planeten Magrathea zu suchen.
Der Roman lebt durch zahlreiche witzige Einfälle. Zwei Beispiele:
  • Die Enzyklopädie The Hitchhiker's Guide to the Galaxy spielt im Roman eine gewisse Rolle. Das ist aber kaum mehr als ein postmoderner Gag: die zitierten Auszüge des Guides vertiefen die Handlung kaum und bringen sie nicht voran.
  • Die irdischen Delfine warnten die Erdenbewohner vor der kommenden Katastrophe, wurden aber nicht verstanden.
Der Roman lebt durch die zahlreichen Dialoge, ebenfalls oft witzig. 
Das oft gut Ausgedachte reiht sich aneinander. Vieles ist nicht so gut ausgedacht und man muss es – wie oft bei Science Fiction – einfach schlucken. So gibt es „the night of space” (S. 110). Was ist das? Der gesuchte Planet Magrathea wird gefunden. Im Anflug wird erkannt, dass er sehr sehr alt war (S. 120). Wie das? An einem Kraterrand stoßen sie auf nasses Gummiartiges. Sie erkannten es als frisches Walfleisch (S. 140).
Die lakonischen Witze nutzen sich ab.
Grandios ist die bekannte Episode, in der ein Supercomputer Millionen Jahre rechnet und kalkuliert um endlich die Antwort auf die Frage nach allem zu produzieren:
„... today we will finally learn once and for all the plain and simple answer to all these nagging little problems of Life, the Universe and Evserything” (S. 178).
Die Antwort „Forty-two” (S. 181) ist sinnfrei, wie wohl auch die Frage, nach der erst anschließend geforscht wird. Das ist Surrealismus in Vollendung.
Dazu Tryfon Gavriel, ein britischer Schachspieler, im Internet unter dem Nicknamen "Kingscrusher" bekannt:  „The answer to life, the universe and everything was 42 according to 'The Hitchhikers Guide to the Galaxy' but maybe for chess players it should be 64.”
Doch einfache gehäufte Wiederholungen erscheinen mir zu gestellt. Ein Beispiel:
„Hey, have you any idea what these strange symbols are?”
„I think they're just strange symbols of some kind,” said Zaphod (S. 143).
Darüber kann ich nicht einmal schmunzeln.
Nochmals zurück zur Eingangsbemerkung. Science Fiction mit Hunderten technischen Neuerungen, Organisationen oder Regeln, die alle komplizierte Namen tragen, stossen mich ab. The Hitchhiker's Guide to the Galaxy wimmelt von „Pan Galactic Gargle Blaster” und Ähnlichem. Mit dieser Schreibtechnik wollen Autoren durch komplexe Namen Ideen und Tiefe vortäuschen.
The Hitchhiker's Guide to the Galaxy erschien 1979 und avancierte zu einem Kultbuch, dem weitere (ähnliche?) Werke desselben Autors folgten, und das auch erfolgreich verfilmt wurde.
„Die Fahrt zum Mond hat sich gelohnt [... jetzt weiß man ...] dass sich die Fahrt zum Mond nicht lohnt”, sangen Paul Kuhn und seine Musik-Mixer, 1957.
Die Lektüre von The Hitchhiker's Guide to the Galaxy hat sich gelohnt. Jetzt weiß ich, dass sich die Lektüre von The Hitchhiker's Guide to the Galaxy nicht lohnt. Das schließt nicht aus, dass witzige Ideen drin stecken und die Lektüre zeitweilen ganz amüsant ist. Doch mehr nicht.
The Hitchhiker's Guide scheint mir letztlich ein Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupery in futuristischem Gewand zu sein: planloses Weltraumgehopse, mit ein paar zündenden Sprüchen genügten um beide Romane zu Kultbücher geraten zu lassen.
Ich denke die Beliebtheit des Hitchhiker's Guide resultiert u.a. dadurch: jeder kann nach der Lektüre hochgestochene Namen, witzige Einfälle oder Zweizeiler daraus zum Besten geben. Die Eingeweihten lachen, für die anderen ist es sinnfrei. In beiden Fällen gilt man als Insider und steht gut da.
Links
AdamsThe Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Adams Fredric Brown
GavrielTryfon Gavriel, User: Kingscrusher
Adams Robert Sheckley
Literatur
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Adams SchweigenDouglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis. München: Heyne, 2009. Taschenbuch, 208 Seiten adams
Douglas Adams: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy. Del Rey, 1995. Taschenbuch: 216 Seiten Adams
Adams AdamsDouglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis. Christian Ulmen, Sprecher, Benjamin Schwarz, Übs. Hörverlag, 2009. Audio 5 CD

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 15.7.2013