| Stowe, Harriet Beecher: Uncle Tom's
Cabin [Onkel Toms Hütte] – |
| Glaubt ihnen
nicht! Lest das Buch selbst. Uncle Tom's Cabin hat einen schlechten Ruf. So rechnete James Baldwin 1949 in: "Everybody's Protest Novel" ( Viele deutsche Generationen machte Onkel Toms Hütte (leider oft in fragwürdigen Jugendbearbeitungen) mit der Sklavensituation zur Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Ich weiß nicht wie es anderen Lesern geht: ich las das Geschehen in Uncle Tom's Cabin als prinzipielle Anklage gegen die Sklavenhaltung, die Unterdrückung von Menschen, die Mißachtung der Menschenwürde und die Doppelmoral der Christen und Puritaner (vergleiche die Verlogenheit des Christentums in: Prinzipiell auch gegen Nationalismus und Vereinnahmung der Neger, wenn es der Nation dient (Armee, Sport). George: "My country! ... what country have I, but the grave,—and I wish to God that I was laid there!" (XI) Die Lokalschilderungen im Roman sind treffend, detailgenau und bisweilen großartig. "I say, stranger, how are ye?" said the aforesaid gentleman, firing an honorary salute of tobacco-juice in the direction of the new arrival. (XI)Man merkt im Aufbau, daß Uncle Tom's Cabin zuerst als Zeitschriftenfortsetzung erschien und erst im Laufe des Erscheinens aufgrund des Erfolgs zu vielen Kapiteln erweitert wurde. Zur Abrundung der Situation ist die Lektüre von |
| Während also Uncle Tom's Cabin zum Zeitpunkt des Erscheinens ein Fanal gegen die Sklaverei war, geriet der Ausdruck "Onkel Tom" immer mehr zu einer Abwertung besonders solcher Afroamerikaner, die sie besonders an die Weißen anpassten oder gar anbiederten. Im heutigen Sprachgebrauch grenzt es an eine rassistische Beleidigung jemanden Onkel Tom zu nennen. |
| Pikante
Anmerkung Uncle Tom's Cabin wäre beinahe auf dem Index der katholischen Kirche gelandet. Das Verbot wurde erst von einem Kardinal gestoppt. Hubert Wolf: "Der Index, der Vatikan und das Verbot ", 3sat, 3.9.2006 |
| Außer der
Namensgleichheit aufgrund der Berliner U-Bahnstation hat Pierre Frei: Onkel
Toms Hütte, Berlin nichts mit Uncle Tom's Cabin zu tun.
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| Links |
| Vergleichsliteratur |
Afroamerikaner stehen im Mittelpunkt,
geschrieben von "Whities":
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| Sekundärliteratur Baldwin, James: "Everybody's Protest Novel", 1949; abgedruckt z.B. in: Henry Louis Gates jr., Nellie Y. McKay: The Norton Anthology of African American Literature. New York. S. 1654-1659 Christadler, Martin: "Stowe - Uncle Tom's Cabin; Or, Life Among the Lowly". Hans-Joachim Lang, Hg.: Der amerikanische Roman. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Düsseldorf, 1972. S. 69-102. Donovan, Josephine: New England Local Color Literature. A Women's Tradition New York: Continuum, 1988; Patrick, Barbara: "Lady Terrorists: Nineteenth-Century American Women Writers and the Ghost Story". Brown, Julie, Hg.: American Women Short Story Writers. A Collection of Cricital Essays. New York: Garland, 1995. S. 73-84. Pryse, Marjorie: "Origins of American Literary Regionalism. Gender in Irving, Stowe, and Longstreet". Inness, Sherrie A., Diana Royer, Hg.: Breaking Boundaries New Perspectives on Women's Regional Writing. Iowa City: University of Iowa Press, 1997. S. 17-37. |
| Literatur |
| Uncle Tom's Cabin erscheint 1852 und schon
1856 war Stowe auf Europatournee. Im Münchner Punsch. Ein humoristisches Originalblatt von M.
E. Schleich wird gleich zweimal über sie
hergezogen. “(Schreckliche Nachricht!) Frau Becher Stowe, Verfasserin von "Onkel Toms Hütte," arbeitet, wie das Athenäum Francais meldet, nach diesem Roman ein Drama unter dem Titel: "Der christliche Sklave".” Punsch 4/1856 S.32 “Die langweilige amerikanische Muckerin Frau Becher–Stowe, Verfasserin der langweiligen "Onkel Tom's Hütte", ist nun wieder nach den vereinigten Staaten zurückgekehrt, um dort neuerdings ein langweiliges Buch zu schreiben. Sie soll mehreren regierungen den Antrag gemacht haben, gegne ein gewisses Honorar binnen Jahr und Tga das europäische Publikum einzuschläfern.” Punsch 42/1856, S.331 |