| William Styron: The Confessions of Nat
Turner [Die Bekenntnisse des Nat Turner]. New York: Random, 1967. 428 Seiten |
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| Es ist ein gewagtes Vorhaben eine
Autobiografie eines Afroamerikaners mit der Feder (und den Vorstellungen) eines
Angelsachsen zu schreiben. William Styron gelingt es nur teilweise. Die Bekenntnisse Nat Turners sind seine Lebensgeschichte als Sklave in Virginia, die schließlich im Aufstand von 1831 gipfeln. Der Aufstand scheitert, wird niedergeschlagen und die verbleibenden Aufrührer zum Tode verurteilt. Nat bekennt in der Todeszelle, von seinem "Verteidiger" Thomas R. Gray aufgefordert, seine Lebensbeichte. Das Ungewöhnliche an Nat ist, dass er eine Ausbildung erhält, sich selbst das Lesen beibringt und so für seine häufig wechselnden Herrn eine wertvolle Kraft ist. Benjamin Turner verspricht ihm in einigen Jahren die Freiheit (S. 193) und löst dieses Versprechen nie ein. Nat unterliegt nicht den drakonischen Strafen sondern kann meist eine bevorzugte Stellung einnehmen. Er studiert die Bibel und wird sehr geschickt aus eigenem Antrieb zum Prediger unter seinen Leidensgenossen. Aus diesen speziellen Lebensumständen heraus bleibt es dem Leser unverständlich, warum er den Aufstand plant und warum er so drastisch, blutrünstig und rigoros durchgezogen wird. Nat selbst deutet es nur kurz an: "An exquisitely sharpened hatred for the white men is of course an emotion not difficult for Negroes to harbor" (S. 257). Er gibt sich selbst den göttlichen Auftrag (S. 258) und beschreibt seinen Entschluß zu knapp (S. 306-307). Seinen Brennen nach dem Tod aller Weißen empfindet Nat selbst als paradox. Er stellt sich die Fragen:
Unverständlich bleiben die Motive des Aufstands auch für die Weißen, die schließlich über die überlebenden Sklaven zu Gericht sitzen. Dies ist andrerseits ein Zynismus, da es aus ihrer Sicht bei einigem Überdenken und die bigotte Christlichkeit ernst nehmend sehr gute Gründe für die Revolte gab. Thomas R. Gray, der die Bekenntnisse Nat Turners entgegen nimmt, ist ganz gut charakterisiert. Für ihn macht die Strafverfolgung und -verteidigung keinen Unterschied (S. 29). Gerechtigkeit gegenüber den Sklaven, wie sie "dad-burned, mealy-mothed abolitionists" fordern, führt nur dazu, dass die Sklaverei tausend Jahre dauern wird (S. 25). |
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| Religion und Unterdrückung | |||
Die Religion hat bei der
Unterdrückung von Menschen eine dreifache Funktion:
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| Bless my boots! | |||
scheint eine selten verwendete Phrase,
wohl zur Vermeidung von "Bless my soul!", zu sein.
und bei Jethro Tull: "Bless my boots! Upon my soul! Secrecy, it is my failing". Aus Jethro Tull: "Under Wraps", 1984. |
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| 1967 Pulitzer Prize (Fiction) | |||
| Eine von vielen kritischen
Stimmen: "... ist Styron vorzuwerfen, daß ers ich gerade dieses Stoffes bemächtigt, bei der Nachgestaltung historische Fakten verfälscht und Nat Turner psychologisch umgepolt hat". Hartmut Keil, S. 10575, siehe |
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| Spannend und verstörend, da manche Ansichten über Sklaverei in Frage gestellt werden. Das historische Bild Nat Turners und des Aufstands muss man sich wohl mit anderen Werken erarbeiten oder zumindest ergänzend überprüfen. Sehr lesenswert. | |||
| Links | |||
| Vergleichsliteratur | |||
Afroamerikaner stehen im Mittelpunkt,
geschrieben von "Whities":
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| Bekenntnis eines Afroamerikaners in der
Todeszelle: Massaker an Bauern durch Äxte: |
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| Rezensionen |
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| William Styron William Styron starb am 1. November 2006 im Alter von 81 Jahren auf der Insel Martha's Vineyard im US-Staat Massachusetts nach langer Krankheit an einer Lungenentzündung. |
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| Interviews
etc. Wikipedia: |
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| Literatur | |||
| Hartmut Keil: "The Confessions of Nat Turner", in: Kindlers Literatur Lexikon, S. 10575-10576 |
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| Anthony P. Johnson: The
Miseducation of Nat Turner. E-Booktime, LLC, 2006. Taschenbuch, 60 Seiten
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| Bill Bryant: Tomorrow Jerusalem:
The Story of Nat Turner and the Southampton Slave Insurrection.
Authorhouse, 2001. Taschenbuch, 269 Seiten
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| Stephen B. Oates: The Fires of
Jubilee: Nat Turner's Fierce Rebellion. Harper Perennial 1990. Taschenbuch,
208 Seiten
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