| Junot
Diaz: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao London: Faber and Faber, 2009. Taschenbuch, 335 Seiten – |
| Das Leben des Oscar de León, nach seiner Abstammung Dominikaner, ist kurz. Ob es so wundersam ist sollte der Leser beurteilen. Vor allem ist es aber kein Roman, der sich auf dieses Leben beschränkt. Vielmehr rollt Diaz in acht Kapiteln die Familiengeschichte der de León in mehreren Generationen ab. Darüber hinaus ... darauf komme ich noch. |
| Oscar und seine Familie stammen aus der Dominikanischen
Republik. Er und seine Schwester Lola gehen in New Jersey zur Schule
und studieren in den USA. Während Lola anscheinend gut zurecht kommt
hat Oscar erhebliche Schwierigkeiten. Zum einen hat er einen problematischen Zugang zu Frauen. Das ist bei ihm besonders ärgerlich, da Männer aus der Karibik bekanntermassen (?) Frauenhelden sein müssen. Oscar flüchtet in die SF-Literatur und die Computerspiele. Im Rückblick auf seine Eltern und Grosseltern ergibt sich, dass auf der Familie ein Fluch lastet, der "fukú". Die Beziehung zur Dominikanischen Republik wird durch den Fukú und Besuche bei der dortigen Tante aufrecht erhalten. Das brutale Terrorregime von Rafael Trujillo wirft seine Schatten bis in die Neuzeit. Das beklemmende Leben in der Diktatur zeigt sich in vielen Szenen und im Dilemma des Arrangement mit der Gewalt. (Einen Einblick gibt die Anekdote "Boris Pasternak überlistet Stalin", siehe |
| Der Romantitel ist eine Verbeugung vor Ernest Hemingway und seiner Kurzgeschichte: "The Short Happy Life of Francis Macomber". Der Spitzname Oscars verweist auf Oscar Wilde. Mancher Spass, den Diaz einbaut, erinnert an den irischen Dandy. |
| Bei den Erzählstimmen spielt Diaz mit seinen Lesern.
Zwar sprechen in den acht Kapitel verschiedene Personen (Oscar, seine
Schwester Lola, die Mutter Beli, Yunior, ein Mitstudent der Rutgers
Universität, Grossvater Abelard), doch manchmal spricht auch ein
Dritter oder der Autor. Die Erzähler haben einen jeweils eigenen Ton
und vor allem verwenden Oscar, Lola und Yunior viele Wörter und
Redewendungen der derzeitigen Generation: nicht alle stehen im
Wörterbuch (per Internet findet man sich schon). Die vielen spanischen
Sätze (nur jeder Sinn erschloss sich aus dem Textzusammenhang) waren
lästig. Die Sichtweisen wechseln und das ist wichtig, da Oscar doch ein ziemlicher Tropf und Langweiler ist. Er wird zeitlebens nie für voll genommen, ist zu schüchtern und lebt nur auf, wenn er gelegentlich doch in den Erfolgstopf langt. Dem amerikanischen Traum kommt der Außenseiter Oscar nicht nahe, er kann sich vom "fukú" nicht befreien. |
| »a true
account« (S. 285) Dieser Versicherung kann und sollte man in fiktionalen Texten nicht trauen. Nur Naive glauben an die »true life story«, nur sie können dann enttäuscht werden, wenn sich die angebliche Biografie als erdacht herausstellt. Deshalb sind geschichtliche Bezüge in Romanen skeptisch zu behandeln. Diaz griff zu Fussnoten um historische Fakten anzubringen. Das hilft wenig, da wieder niemand garantiert, dass nicht auch diese fiktionalen Charakter haben. So bleibt dem aufmerksamen Leser nur ein gewisses Vertrauen in die Rechercheleistung des Autors und die eigene Überprüfung. |
| Im
kurzen Leben des Oscar Wao zerschellt die Vision der Einwanderer. Die
Wunden auf der geschundenen Karibikinsel (mit der Dominikanischen
Republik leidet Haiti unter ähnlich katastrophalen politischen
Verhältnissen; siehe Edwidge
Danticat unter |
| 2007
National Book Critics Circle Award 2008 Pulitzer Prize & Morning News Tournament of Books Winner |
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Trujillo: |
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| Junot
Diaz: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao.
Riverhead, 2007.Gebunden, 352 Seiten
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| Junot
Diaz: Das kurze
wundersame Leben des Oscar Wao. Andreas
Pietschmann (Sprecher)Argon 2009. Autorisierte Lesefassung, 6 CDs, 434
Min. |
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