| Jamaica
Kincaid: Lucy: A Novel New York: Plume, 1991. Broschiert, 163 Seiten – |
| In
fünf episodenhaften Kapitel erzählt die junge Lucy
aus Antigua von ihrem ersten Jahr in New York als Au-pair-Mädchen. Das
gibt Gelegenheit vieles Selbstverständliches in Frage zu stellen und
über das Verhältnis der postkolonialen karibischen Inseln und dem
„American way of life“ nachzudenken. Lucy kommt in Familie des Rechtsanwalts Lewis und Mariah mit vier Mädchen, die sie zu versorgen und zu beaufischtigen hat. Mariah hilft ihr nach Kräften und ihrem US-amerikanischen Verständnis sich in New York zurecht zu finden und wohl zu fühlen. Lucy entdeckt aber auch, dass nicht alles so abläuft, wie man es oberflächlich zeigt oder zugibt. Sie freundet sich mit Peggy an und im Sommeraufenthalt an den Großen Seen mit Hugh. Zuhause in New York lernt sie Paul, einen Künstler, kennen und lieben. Mit Peggy will sie ein Apartment mieten und beim Rechtsanwalt ausziehen. Da erhält Lucy Besuch aus ihrer Heimat mit der Mitteilung, dass ihr Vater gestorben ist. Die Briefe ihrer Mutter hat sie nie beantwortet, ja nicht einmal geöffnet. Ihre Ursprünge würde Lucy gerne vergessen und ganz in den USA bleiben. Sie strebt nach Unabhängigkeit. |
|
Vieles in Lucys Leben deckt sich mit dem Leben der Autorin. Obwohl Lucys Mutter nie auftritt spielt die Mutter-Tochter-Beziehung eine wichtige Rolle. Lucy möchte sich abnabeln. Für scheint die Famile der Mühlstein um den Hals (S. 8) zu sein. Typisch zum Thema Kolonialismus ist die Szene in „Mariah“, in der Lucy ihre Abneigung gegen die New-York-typischen Blumen – besonders die Osterglocken („daffodils“) – erkennt. Sie musste in der Schule in Antugua einst ein Gedicht darüber auswendig lernen. Es handelt sich vermutlich um „Daffodils“ von William Wordsworth von 1804 (S. 39-40). |
| Trotzdem die fünf Kapitel nicht romanhaft ausgearbeitet sind ergibt sich ein verstörendes Bild einer jungen karibischen Frau, die neu in den USA ist. Frank Sinatra singt in "New York": "If I can make it there, I'll make it anywhere". Dass es nicht einfach ist erfährt Lucy innerhalb eines Jahres. Wer mehr über die Konfrontation einer postkolonialen Frau mit den USA erfahren will: unbedingt lesen! |
| Links |
| Vergleichsliteratur |
| Vergleichsautorin |
| Literatur |
| Broeck, Sabine (2002): "When Light Becomes White: Reading Enlightenment through Jamaica Kincaid's Writing". Callaloo 25:3, S. 821-843. |
| Cobham, Rhonda (2002): ""Mwen na rien, Msieu": Jamaica Kincaid and the Problem of Creole Gnosis". Callaloo 25:3, S. 868-884. |
| Cudjoe, Selwyn R. (1989): "Jamaica Kincaid and the Modernist Project: An Interview". Callaloo No. 39, S. 396-411. |
| Gauch, Suzanne (2002): "A Small Place: Some Perspectives on the Ordinary". Callaloo 25:3, S. 910-919. |
| King, Jane (2002): "A Small Place Writes Back". Callaloo 25:3, S. 885-909. |
| Lima, Maria Helena (2002): "Imaginary Homelands in Jamaica Kincaid's Narratives of Development". Callaloo 25:3, S. 857-867. |
| Matos, Nicole C. (2002): ""The Difference between the Two Bundles": Body and Cloth in the Works of Jamaica Kincaid". Callaloo 25:3, S. 844-856. |
| Morris, Kathryn E. (2002): "Jamaica Kincaid's Voracious Bodies: Engendering a Carib(bean) Woman". Callaloo 25:3, S. 954-968. |
| Scott, Helen (2002): ""Dem tief, dem a dam tief": Jamaica Kincaid's Literature of Protest". Callaloo 25:3, S. 977-989. |
| Smith, Ian (2002): "Misusing Canonical Intertexts: Jamaica Kincaid, Wordsworth and Colonialism's "Absent Things"". Callaloo 25:3, S. 801-820. |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
||
![]() |
![]() |
|
| Justin D.
Edwards: Understanding
Jamaica Kincaid. University of South Carolina
Press, 2007. Gebunden, 159 Seiten
|
||
![]() |
![]() |
|
| Lizabeth
Paravisini-Gebert: Jamaica
Kincaid: a critical companion. Greenwood Press, 1999. Gebunden, 200 Seiten |
||