| Richard
Wright: Black Boy New York: Harper & Row, 1966. 288 Seiten Ausgabengeschichte Authentizität Links Literatur |
| Vorbemerkung Kaum hatte ich Black Boy gelesen trafen mich zwei harte Schläge. Durch Sekundärliteratur merkte ich, daß meine second-hand-Ausgabe von 1966 nur den ersten Teil Southern Night (Ka.1-14) umfaßt, der zweite Teil The Horror and the Glory (Kap. 15-20) fehlt. Siehe Ausgabengeschichte Und der zweite Schlag? Hier! |
| Richards Autobiografie beginnt im Alter von vier Jahren 1912. Die Jahre in Jackson, Mississippi, und Arkansas sind geprägt vom Rassismus des amerikanischen Südens und der Familie. Der Vater verläßt die Familie (Richard hat noch einen jüngeren Bruder) und Gewalt bis zum Mord des Onkels Hoskins trifft Richards Mutter Ella schwer und sie bricht ob der Last zusammen. Von da an ist sie teilweise gelähmt und kann nur noch gelegentlich arbeiten. Damit die Kinder versorgt werden, werden sie innerhalb des Familienclans herumgereicht und ziehen öfters um. Richard ist selten durchgehend an einer Schule, seine Ausbildung ist lückenhaft. Trotzdem gelingt es ihm verschiedene Jobs (neben der Schule oder in den Ferien) anzunehmen. Neben der mißlichen gesellschaftlichen Situation ist auch die familiäre für Richard schwer ertragbar. Die Erwachsenen sind fanatische Sieben-Tage-Adventisten und erwarten auch von Richard Religiösität. Dieser entdeckt das Lesen von Romanheftchen, doch als Fiktives gilt das den bigotten Verwandten als Teufelsmachwerk: "That's the Devil's work!", "You're going to burn in hell" (S. 48). Richard hat aber auch mit sich selbst zu kämpfen. In bestimmten Situationen ist er wie gelähmt. Trotzdem bekämpft er mit Arbeit und jugendlichen Gaunereien den Hunger, der in der Familie Dauerzustand ist. Es gelingt Richard in der lokalen schwarzen Zeitung die Erzählung "The Voodoo of Hell's Half-Acre" unterzubringen. Er wird Schulabschlußsprecher und besteht darauf, seine eigene und keine Rede des Direktors zu halten. Mittels eines Jobs in einem Optikergeschäft (den er bald wieder verliert) und Schwindeleien beim Kinojob gelingt ihm die erste Etappe der Flucht in den Norden. In Memphis, Tennessee, macht er Zwischenstation und lernt viel dazu. Insbesondere kann er durch Falk, einem irischen Arbeitskollegen, Zugang zur städtischen Bibliothek erlangen: sie ist für Schwarze unzugänglich. Er betritt die faszinierende Welt der Literatur und kann schließlich nach Chicago weiterziehen. |
| Neben der Welt der
Literatur ( Das will er erreichen, indem er in den Norden zieht, um 1927 ein gängiges Mittel unter den Schwarzen des Südens: "I dreamed of going north and writing books, novels. The North symbolized to me all that I had not felt and seen; it had no relation whatever to what actually existed. Yet, by imagining a place where everything was possible, I kept hope alive in me." S. 186. |
Die größten Probleme hat
Wright mit der Anpassung:
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| Erste Erfahrungen Wrights mit der Literatur;
Buchausgaben siehe Henry L. Mencken: A Book of Prefaces Henry L. Mencken: Prejudices Sinclair Lewis: Main Street Theodore Dreiser: Jennie Gerhardt Theodore Dreiser: Sister Carrie |
| Gesamturteil: Hervorragende Autobiografie aus dem Süden der USA, 1. Hälfte 20. Jhdt. |
| Ausgabengeschichte 1940 "The Ethics of Living Jim Crow", in: Uncle Tom's Children, über persönlich erfahrenen Terror 1945 Richard Wright plante American Hunger mit den Teilen: "Southern Night", "The Horror and the Glory" 1945 Unter Black Boy: A Record of Childhood and Youth erscheint Teil 1 der Autobiografie 195~ Auszüge aus dem Teil 2 der Autobiografie erscheinen als Essays 1977 Unter American Hunger erscheint posthum der Teil 2 der Autobiografie 1991 ungekürzter Text, erstmals in Library of America ( 1993 Black Boy (American Hunger): A Record of Childhood and Youth als Taschenbuch |
| Authentizität Tomothy Dow Adams: "Richard Wright. »Wearing the Mask«" in: Telling Lies in Modern American Autobiography. Chapel Hill 1990. S. 69-83. |
| Ralph Ellison über Black Boy:
"Black Boy is filled with blues-tempered echoes of railroad trains, the
names of Southern towns and cities, estrangements, fights and flights, deaths
and disappointments, charged with physical and spiritual hungers and pain. And
like a blues sung by such an artist as Bessie Smith, its lyrical prose evokes
the paradoxical, almost surreal image of a black boy singing lustily as he
probes his own grievous wound." In: "Richard Wright's Blues",
The New Republic, 1945 |
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