| Richard
Wright: American Hunger New York: Harper & Row, 1977. 146 Seiten |
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| Obwohl American Hunger als
zweiter Teil der Autobiografie Wrights bereits 1940 geschrieben wurde, kam es
nicht zusammen mit dem ersten Teil Black Boy (Rezension) heraus, sondern erst posthum
1977. Richard Wright kommt 1927 in Chicago an, dem Norden, den er solange ersehnte. Er baut seine Literaturerfahrung mit Gertrude Stein: Three Lives, Stephen Crane: The Red Badge of Courage, Fjodor Dostojewski: Die Dämonen (Böse Geister) und Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit aus. Das Hauptthema ist Wrights Annäherung an die Kommunistische Partei. Ziemlich bald merkt er, daß Theorie und Praxis weit auseinanderklaffen. Rassismus gibt es dort ebenso, wenn auch versteckter; die Parteikameraden sind mißtrauischer gegenüber Wright, der von ihnen als Intellektueller eingestuft wird ("Intellectuals don't fit well into the party, Wright", S. 79); der Dogmatismus ist ähnlich schlimm, wie der der Sieben-Tage-Adventisten in seiner Familie. Ähnlich wie als Kind seine Mutter schneiden jetzt die Funktionäre Wrights Fragen ab.
Ich meine, Wright reduziert in American Hunger das Autobiografische noch stärker als in Black Boy. Er formiert alles um das Schreiben und die Partei. Mehr beiläufig erfährt der Leser beispielsweise, daß Wright inzwischen weiße Freunde in der Works Progress Administration hat (S. 113). Während man Black Boy durchaus alleine lesen kann, ist American Hunger für sich genommen Stückwerk. Erst als Folge zum ersten Teil der Autobiografie gewinnt es Kraft und Sinn. |