| Josh
Bazell: Beat the Reaper [Schneller als der Tod, Malte Krutzsch, Übs.] New York, Boston, London: Back Bay, 2010. Taschenbuch, 300 Seiten – |
| In vielen Häppchen gelesen, daher fehlte mir am Schluss der Zusammenhang des nicht ganz einfachen Plots und trotzdem: rasant, witzig und masslos überzogen. |
| Gleich zu Beginn muss Ich-Erzähler Dr. Peter Brwon eine harte Gangsterattacke auf ihn abwehren. Er bewerkstelligt die Aufgabe souverän und schon bald wird klar warum. Zuwanderer Pietro Brnwa war ein Auftragskiller der Mafia, hängte den Job an den nagel und mutierte zum Krankenhausarzt. Dort trifft er allerdings auf einen früheren Kumpanen Eddy Squillante (genauer: Nicholas LoBrutto). Der gesamte Roman ist dann eine Wiederholung der Eingangsszene: Peter muss sich der Schatten seiner Vergangenheit erwehren. Squillante fordert die Rettung von Magenkrebs oder seine Helfer werden Peters Vorgesetze über seine Vergangenheit informieren. |
| Radikaler könnte Browns Wechsel nicht sein: früher tötete er beruflich, nun hat er die entgegengesetzte Profession. Doch Bazell setzt immer noch eins drauf: auch über Browns Vorfahren aus Polen lstet ein Schatten. |
| Überzogen? Ja. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch zieht Bazell alle Register (sogar mit Fussnoten, die es dem Leser ermöglichen, Atem zu schöpfen). Dem Autor gelingt aber fast alles. Die Zustände in der Klinik darf man freilich nicht als Sachbuch zum Gesundheitswesen lesen. |
| In
Josh Bazell: Beat the
Reaper
steht das folgende Motto: „If Nietzsche is correct, that to shame a man is to kill him, then any honest attempt at autobiography will be an act of self-destruction.“ – Albert Camus Camus-Zitat aus Der glückliche Tod ? Für genaue Quellenangabe bin ich dankbar. Die Nietzsche-Stelle dürft diese sein: „Diese »guten Menschen« – [...] wer von ihnen hielte noch eine Wahrheit »über den Menschen« aus! ... Oder, greiflicher gefragt: Wer von ihnen ertrüge eine wahre Biographie! [...] Moral: Welcher kluge Mann schriebe heute noch ein ehrliches Wort über sich? – er müsste denn schon zum Orden der heiligen Tollkühnheit gehören.“ Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral III, 19 |
| Der erste Satz gibt Härte und Tempo vor:
„So I'm on my way to work and I stop to watch a pigeon fight a rat in
the snow, and some fuckhead tries to mug me!“ (siehe Erster
Satz in der Belletristik: |
| Wer rastlose Aktion, zahlreiche Duelle und eine harte, vulgäre Sprache verträgt, dazu aber einen gut durchdachten Hintergrund erwartet, findet hier einen intelligenten Thriller. |
| Links |
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| Zum
Vergleich: |
| Literatur |
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| Josh
Bazell: Schneller als der Tod. Christoph
Maria Herbst (Sprecher) Hörverlag, 2010. Audio CD.
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