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Johnson
Denis Johnson: Nobody Move
[Keine Bewegung, Bettina Abarbanell, Übs.] London: Picador, 2010. Broschiert, 195 Seiten – Denis LinksDenis Literatur
Nach seinem Geschichtsepos Tree of Smoke über den Vietnamkrieg (siehe Denis Links), ausgezeichnet mit dem National Book Award, leistete sich Denis Johnson einen Abstecher in den schwarzen Thriller („So noir it’s almost pitch-black“, New York Times 8. Juni 2009). Es gelang ihm ausgezeichnet.
Der Gauner Jimmy Luntz hat Schulden bei Juarez, einem Gangster, mit dem man sich besser nicht anlegt. Er schickt Gambol zum Schuldeneintreiben und da macht Jimmy einen folgenreichen Fehler: er schießt ihn nur ins Bein.
Ab da ist Jimmy auf der Flucht um sein Leben: Die Gegenseite ist da nicht so skrupelhaft. Er trifft Anita Desilvera, indianische Abstammung, die ebenfalls vor einem Scherbenhaufen steht. Ihr Ehemann Hank hat sich erfolgreich von ihr scheiden lassen. Sie bringt aus ihrer Ehe unterschlagene 2,3 Millionen Dollar in die Verbindung mit Jimmy. Er kann sie später als Angebot einsetzen um seine eigene Haut (präziser: Hoden) zu retten.
Jimmy kümmert sich sogar um den Rettungsdienst für Gambol, dieser entzieht sich dem und läßt sich vom „hauseigenen“ Service via Juarez an der Autobahn auflesen. Er schickt Mary, eine „vet“, doch – wie sie später gesteht –, keine Tierärztin („veterinarian“) sondern eine Veteranin, da einst Militärkrankenschwester und auch Ex-Frau von Juarez.
Johnson erzählt angeglichen an die Handlung flott, oft witzig oder sarkastisch. Auch seine Sprache passt er selbstverständlich den Gangstern an. Nur ein Beispiel: "Holy Toledo!" als Ausdruck des äußersten Erstaunens (S. 161): "A phrase coined by gangsters and bootleggers in the 1920's", Johnson Urban Dictionary.
Anmerkungen
Jimmy Luntz singt in einem Barbershop Chorus („Barbershop music“, siehe Denis Links) und wird wohl daher in deutschen Besprechungen gleich zum Friseur gemacht. Ich las das im Roman nirgends.
Der englische Romantitel stammt aus dem Song „Nobody move, nobody get hurt“ aus dem gleichnamigen Album (1984) der Reggae-Gruppe Yellowman oder vom Song „Nobody move, nobody get hurt“ der Gruppe „We are Scientists“, einer im Jahre 2000 gegründeter Indie-Rockband aus New York.
Um den kurzen Roman richtig zu genießen und zu würdigen muss man sich darauf einlassen, dass Jimmy, Anita, Gambol, Mary und Juarez nur immer nach vorwärts schauen, keine Furcht kennen (nun ja, Jimmy schon mal) und jede tollwitzige Situation meistern. Dazu darf man die oft brutalen und zotigen Dialoge nicht abstossend finden. Für all diese Leser ist Nobody Move eine – entgegen dem Titel – wild bewegte Jagd zwischen Gangstern. Sehr empfehlenswert.
Vergleichsliteratur
Denis Josh Bazell: Beat the Reaper: A Novel [Schneller als der Tod]
Denis James Sallis: Drive [Driver]
Links
JohnsonDenis Johnson
Keine Bewegung: JohnsonKrimi-CouchJohnsonPerlentaucher
JohnsonJenny Shank: "Busted Candy: Denis Johnson’s “Nobody Move”", New West Book Review 2009
JohnsonBarbershop music
Johnson Denis Johnson: Tree of Smoke: A Novel
Literatur
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Johnson JohnsonDenis Johnson: Nobody Move. London: Picador, 2010. Broschiert, 195 Seiten Johnson
Denis Johnson: Nobody Move. Pan Macmillan, 2010. Taschenbuch, 208 Seiten Johnson
Johnson JohnsonDenis Johnson: Keine Bewegung. Berlin: Rowohlt, 2010. Gebunden, 208 Seiten. Bettina Abarbanell, Übs. Johnson
Denis Johnson: Keine Bewegung. Audio CD
Parlando Edition Christian Brückner, 2010. Sprecher: Christian Brückner, Bettina Abarbanell, Übs. Johnson
Johnson Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 26.7.2010